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Warum mühle media verlag?

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2011 wurde mühle-media mit der Intention gegründet, die gesellschaftskritischen und emanzipatorischen Modelle am mli angefangen von der Planung, über die Gestaltung bis zur Produktion vor Zensureinflüssen von Außen zu schützen und die Kontrolle über den gesamten Produktions- und Publikationsprozess gewährleisten zu können:

 

„Seit je hat Aufklärung im umfassendsten Sinn fortschreitenden Denkens das Ziel verfolgt, von den Menschen die Furcht zu nehmen und sie als Herren einzusetzen. Aber die vollends aufgeklärte Erde strahlt im Zeichen triumphalen Unheils. Das Programm der Aufklärung war die Entzauberung der Welt. Sie wollte die Mythen auflösen und Einbildung durch Wissen stürzen.“

 

„Der Prozess, dem ein literarischer Text, wenn nicht in automatischer Vorausschau seines Herstellers, so jedenfalls durch den Stab von Lektoren, Herausgebern Umarbeitern, ghost-writers in- und außerhalb des Verlagsbüros unterwerfen wird, überbietet an Gründlichkeit noch jede Zensur. Deren Funktion vollends überflüssig zu machen, scheint trotz aller wohltätigen Reformen der Ehrgeiz des Erziehungssystems zu sein. In der Meinung, ohne strikte Beschränkung auf Tatsachenfeststellung und Wahrscheinlichkeitsrechnung bleibe der erkennende Geist allzu empfänglich für Scharlatanerie und Aberglauben, präpariert es den verdorrenden Boden für die gierige Aufnahme von Scharlatanerie und Aberlauben. Wie die Prohibition seit je dem giftigeren Produkt Eingang verschaffte, arbeitete die Absperrung der theoretischen Einbildungskraft dem politischen Wahne vor. Auch sofern die Menschen ihm noch nicht verfallen sind, werden sie durch die Zensurmechanismen, die äußeren wie die ihnen selbst eingepflanzten, der Mittel des Widerstands beraubt.

Wir hegen keinen Zweifel – und darin liegt unsere petitio pricipii -, dass die Freiheit in der Gesellschaft vom aufklärenden Denken unabtrennbar ist.  Jedoch glauben wir, genauso deutlich erkannt zu haben, dass der Begriff eben dieses Denkens, nicht weniger als die konkreten historischen Formen, die Institutionen der Gesellschaft, in die es verflochten ist, schon den Keim zu jenem Rückschritt enthalten, der sich heute überall ereignet. Nimmt Aufklärung die Reflexion auf dieses rückläufige Moment nicht in sich auf, so besiegelt sie ihr eigenes Schicksal. Indem die Besinnung auf das Destruktive des Fortschritts seinen Feinden überlassen bleibt, verliert das blindlings pragmatisierte Denken seinen aufhebenden Charakter, und darum auch die Beziehung auf Wahrheit.“

 

Max Horkheimer (1895-1973) u. Theodor Adorno (1903-1969)

Dialektik der Aufklärung, 1988: 9 u. 3

Erstveröffentlichung 1944