„Je weiter sich eine Gesellschaft von der Wahrheit entfernt, desto mehr wird sie jene hassen, die sie aussprechen.“
Selwyn Duke

„Die Freiheit ist ein Luxus, den sich nicht jedermann gestatten kann."
Otto von Bismarck

 

8. Von der großen zur Totalen Transformation
Dreizehn fatale Felder der Hoch-Risikofolgenabschätzung

1944 erschien von Karl Polanyi, die Schrift ‘The Great Transformation‘, die den umfassenden Wandel von den mittelalterlichen Gesellschaften bis zur einsetzenden Neuzeit und der industriellen Revolution beschreibt. Die Bildung von Nationalstaaten und der Marktwirtschaft als homogene Binnenmärkte waren entscheidende Ergebnisse dieses Wandels. Als Folge dieser Transformation traten gehäuft gesellschaftliche Risiken auf, der Folgen und Lösungen von Individuen getragen werden mussten.
Erst 1986 beschrieb der Soziologe Ulrich Beck mit der Risikogesellschaft eine weitere Transformation der heutigen Industriengesellschaft. 2008 erweiterte Beck seine Thesen zur Weltrisikogesellschaft in der Globalisierung. 2008 vertrat Beck die Auffassung, dass er '86 bzgl. seiner Risikoabschätzungen reichlich naiv gewesen sei und sich in den dazwischen liegenden 22 Jahren die Risiken exponential erhöht und ausgeweitet haben.
Durch die Banken-, Schulden- und Wirtschaftskrise 2008 haben sich die transformativen Ausweitungen und Beschleunigungen weiter beschleunigend verschärft. Hochriskante, disrupte Entwicklungen sind von der Ausnahme zum Normalfall geworden, die bereits jetzt erhebliche Rückwirkungen auf die Lebenswelten und Lebens- und Biographiegestaltung haben. Somit sind ständige Hoch-Risikofolgenabschätzung zu einem zentralen Bestandteil heutiger Biographie- und Organisations-Beratungsprozesse geworden.
Fr. Merkel fasst im Januar 2020 auf dem WWF in Davos die alternativlose totalen Transformationen der heutigen Zeit zusammen und kündigt Sanktionen für Kursabweichler an.
So haben seit 2008 die (Welt-)Risikofaktoren weiter beschleunigende und äusserst beunruhigende Fahrt aufgenommen und sich zu folgenden Hochrisikofeldern gewandelt, die in folgender Übersicht zusammengefasst sind und anschließend jeweils kurz skizziert werden:
8.1. Geopolitik & Politik
8.2. Recht & Gesetz
8.3. Bürokratie
8.4. Lobbyismus
8.5. Ökonomie
8.6. Ökologie
8.7. Wissenschaft & Technik
8.8. Infrastruktur
8.9. Migration
8.10. Religion
8.11. Mediokratie
8.12. Sexualität
8.13. Kultur & Kommunikation

Als Hoch-Risikofelder werden Bereiche definiert, deren Risiken

  • in absehbarer Zeit unlösbar scheinen
  • sich in absehbarer Zeit weiter verschärfen werden
  • bei denen die politischen Kräfte und die Gesellschaft polarisierend gespalten sind
  • eine öffentliche Diskussion der Ursachen der Risikofelder zunehmend tabuisiert wird
  • und Risiko-Dissidenz als Rassismus, Nationalismus und Faschismus diffamiert wird
  • bei denen ein Rückkehr zum Status ‘quo ante‘ z.Z. unwahrscheinlich erscheint und
  • die sich wechselseitig mindestens multiplikativ verstärken.

Multiplikation der Hoch-Risikofelder
Es ist zu bedenken, dass die dreizehn Risikofelder nicht unabhängig und isoliert nebeneinanderstehen, sondern sich wechselseitig negativ verstärken. Die risikotreibende Gesamtwirkungen der dreizehn Felder ist mehr als die Summe ihrer Teile. Es stellt ein malignes Betriebssystem des politisch organisierten Unterganges der Wenigen zum Schaden der Vielen dar. Die Risikowirkung ist daher nicht als eine Auswirkungs-Addition, sondern mindestens als eine Auswirkungs-Multiplikation oder mglw. sogar eine Risiko-Quadrierung zu bewerten.
Daher äussern nicht erst seit gestern internationale Magazine, deutsche Zeitungen, Historiker, Schriftsteller, Intellektuelle, Experten, ausländischeDienste und die politischen Dissidenten sowieso, die Befürchtung oder je nach Coleur die Hoffnung, dass die sich wechselseitig hochschaukelnden Hoch-Risikofelder über lang oder doch zu einem grundsätzlichen, gesellschaftlichen Betriebssystemwechsel führen würden, in dessen Folge es auch zu Bürgerkriegen und weiteren zwischenstaatlichen Kriegen kommen könnte.
Diese beunruhigenden Einschätzungen bildet auch der Stand der Doomsday Clock ab. 2020 hat sie mit 100 Sekunden vor ‘Zwölf‘ den alarmierensten Zustand seit 1947 erreicht.

Fazit
Zentrale gesellschaftliche Handlungsfelder haben sich mtlw. zu alternativlosen und tabuisierten Hoch-Risikofeldern gewandelt, dadurch sollen die politisch geplanten Ursachen, Auswirkungen und Kritik der Hoch-Risikofelder und insbesondere ihre beständigen Kritiker nicht nur vom öffentlich-medialen Diskurs ausgeschlossen, sondern sanktioniert, mundtot und wenn mgl. existentiell vernichtet werden.
Stattdessen hat all das aber nur dazu geführt, dass die Deutschen ihr Vertrauen in Politik, Wirtschaft und Zukunft verloren haben, wie eine repräsentative Studie belegt.
 

8.1. Hoch-Risikofeld: Geopolitik & Politik
Ich glaube, das wir die dümmsten Politiker haben, die jemals in dieser Republik in Amt und Würden war. Dass das völlig singulär ist, dumm und ungebildet. Gregor Grosz

There are always two ways to conquer and enslave a nation. One is by sword.The other by debth.
John Adams (1735-1826)


Geopolitik
In der Geopolitik kann man eine Verschiebung des jahrhunderte vorherrschenden Zentrums  aus dem europäisch-transatlantisch-(nord-)amerikanischen Raumes in das neue Zentrum des asiatisch-pazifisch-amerikanischen Raumes feststellen.
Ferner stellt sich die Frage mit welcher Geschwindigkeit die monopolare Aurichtung der ‘Pax americana‘ von einer tri- oder multipolaren Ausrichtung (USA-China-Europa-Russland) abgelöst wird und welche mittel- und langfristigen Folgen das haben wird.
Welche Rolle wird auf dem eurasischen Kontinent das chinesische Projekt der neuen Seidenstraße spielen?
Das Kriegsziel des zweiten Weltkrieges im Osten, die AA-Linie ist immer noch gültig. Es wird heute von den USA verfolgt, deren europapolitische Devise lautet: „To keep the Russians out, the Americans in, and the Germans down“. Es sei daran erinnert, dass die USA mit 1.000 Militärbasen ca. 95% der weltweiten Militärbasen betreiben. Es kommt das US Wirtschaftimperium mit den drei Säulen der weltweiten (wohlgemerkt privaten) Zentralbanken, dem IWF, der Weltbank und der US Regierung und dem Tiefen Staat als Handlanger der US Konzerne hinzu. Die USA haben sich seit 1945 durch vielfältigste Regime Changes und Morde an gewählten Staatspräsidenten ‘ausgezeichnet‘. Diese Triumvirat aus Militä, Ökonomie bzw. Plutokratie & Tiefem Staat nennt sich Corporatocracy.
Ein weiteres Problemfeld ist die multikontinentale Ressourcen-Sicherung (fossile Energien, Erze, Metalle, Wasser & Ackerland), sowie die heutige Gegenerreichbarkeit durch Migratioinsströme.
Werden diese Prozesse und wird eine Neue Welt Ordnung (NWO), die fälschlichweise als Verschwörungstheorie denunziert werden soll friedlich bleiben oder wird das in welche, größeren Kriege der Zukunft münden?
Siehe dazu auch die Nachrichten zum Thema ‘Geopolitik‘ im Bereich ‘Manifesto‘.

Europa Politik
Die EU hat zur Zeit noch 28 Mitgliedstaaten. In der Europa Politik spielen die Fragen, um die diversen Fehlkonstruktionen der EU die entscheidende Rolle. Der französiche Figaro bezeichnete 1992 Maastricht als einen Versailer Vertrag ohne Krieg, mit dem bekannten Ende, dass die Deutschen zahlen, damit ist neben dem Euro eine von vielen weiteren Fehlkonstruktion der EU umrissen.
Wenn die Engländer die EU verlassen, entspricht das dem wirtschaftlichen Gewicht von 16 kleinen EU Staaten. Es bleibt dann nur noch das Wirtschafts-Gewicht von ‘elf‘ Staaten zurück, dadurch werden die tiefenstrukturellen Probleme der EU weiter an Brisanz gewinnen.
In der EU wird es nach dem Brexit und der Installation von ‘Flinten Uschi‘ zur Präsidentin der EU-Komission darum gehen, wann weitere Mitgliedstaaten die EU verlassen, wann der Euro kollabiert und damit dann die gesamte Hyper-Bürokratie der EU ihr Ende finden wird.
 

Deutsche Politik
Die ‘smarte Politik‘ ist heute zu einem richtungslosen Polit-Marketing einer Symbol-Politik verkommen, so dass man mtl. von einer Fassaden-Demokratie und einem tiefen Staat ausgeht, die auf jeden Fall nicht die Interessen des Volkes vertritt, sondern bestenfalls den eigenen Machterhalt.
Dementsprechend sinkt das Ansehen der (machtgeilen) Politiker (Journalisten u. Banker) tägl. weiter. Politiker, Journalisten u. Banker sind heute mit einem gewohnheitsmäßigen Lügner gleichgesetzt. Und so erklären sich auch die Verluste der ehemaligen Volksparteien. Dafür werden die Ränder der Grünen und der AfD stärker und mtlw. hat das Muster Alle gegen die AfD herausgebildet. Politiker (Journalisten u, Banker) werden für eine politisch gewollte, geplante, durch Narrative und Framings medial verbreitete und neoliberal finanzierte Erschaffung all dieser Risikobereiche verantwortlich gemacht. In vielen Fällen geht man von einer staatlich organisierten Bandenkriminalität aus, was von der politischen Mainstreamseite wenig glaubwürdig und vergeblich als Verschwörungstheorie umzudeuten versucht wird.
 

8.2. Hoch-Risikofeld: Recht § Gesetz

„Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin der Antifaschismus.“
Ignazio Silone

Wer mit Carl Schmitt Plettenberg als Heimatstadt teilt für den ist die prekäre Lage von Recht & Gesetz einerseits ein vertrautes, andererseits ein äusserst beunruhigendes Beobachtungsfeld. Die gesetzgebenden Entscheidungsprozeße werden immer häufiger, immer schneller und immer undurchschaubarer aus ihrer angestammten Sphäre des gewählten Parlamentes auf andere außerparlamentarische Entscheidungsfelder verlagert. Diese Verlagerungen scheint nicht zufällig, sondern politisch gewollt, geplant, systematisch gesteuert und strukturell gewollt abzulaufen.
Giorgia Agamben sieht die nicht länger rechtskonforme Ausnahme zu einem konformen Dauerzustand werden.
Jens Gnisa der Vorsitzende des deutschen Richterbundes spricht von Vollzugsdefiziten und einer Erosion des Rechtsstaates, vom Amtsrichter Stephan Zantke bis zum ehemaligen Verfassungsrichter Hans-Jürgen Papier werden diese Sorgen geteilt. Das Justizsystem klagt über eine strukturelle Überlastung, Gerichte über eine miserable Ausstattung und viel zu lange Fristen bei Urteilsfindungen. H. Seehofer beklagte 2016 bzgl. der Flüchtlingskrise eine Herrschaft des Unrechts. Der Verfassungsspezialist Ulrich Vosgerau spricht von einer Desertion des Verfassungsgerichts und selbst Jens Spahn kritisiert die strukturellen Probleme des Rechtsstaates, während der europäische Gerichtshof (ausgerechnet die) Deutschlands Justiz nicht mehr als unabhängig einstuft, diagnostizieren Andere eine Bürokratie des Komplizierten.
Als ein Beispiel dafür, wie sich die Justiz die Rechtsordnung zu ihrem Vorteil und zum Nachteil der Bürger biegt und beugt, kann im Verwaltungsrecht (die mtl. verfassungsgerichtlich bestätigte) Erschwerung zur Zulassung zur zweiten Instanz gelten. Die jeweiligen Richter der ersten Instanz entscheiden selbst darüber, ob ihr Urteil zur zweiten Instanz zugelassen wird. Max. 5 % der erstinstanzlichen Urteile werden zur zweiten Instanz zugelassen.
So ist es kein Wunder, dass das Vertrauen der Deutschen in ‘ihren‘ Rechtsstaat rasant schwindet. Eine Wende zum Besseren scheint auf absehbare Zeit nicht in Sicht zu sein, sondern es hat sich unter großen Mühen eine stetig, steigende Unzufriedenheit bei allen Beteiligten und eine zunehmende Mangelverwaltung auf den unterschiedlichen Justizfelder ergeben. Laut Fokus Umfrage vertrauen nur 39 % der Rechtssprechung.
Diese Umfrageergebnisse scheinen nachvollziehbar zu sein bei einer Justiz, die mtlw. die Täter und nicht mehr die Opfer schützt. Die DDR Dissidentin Angelika Barbe analysiert den Verfall des Rechtsstaat. Fr. Barbe verweist u.a. auf die Analyse von Gertrud Höhler zum Thema. die Bürger gehören heute dem Staat und der Rechtsstaat gehört nicht mehr den Bürgern.
Neben den von der deutschen Politik geplanten, hausgemachten Problemen werden Recht & Gesetz in den zerfallenden Rechtsstaaten von diversen, feudalisierten Paralleljustizsystemen in die Zange genommen:

  • nicht-sichtbaren Bürokratien des ‘Tiefen Staates‘
  • den Freihandelsabkommen der Konzerne (bspw. CETA; JEFTA; TTIP)
  • dem organisierten Verbrechens und der Clankriminalität
  • den religionsbasierten Rechtssystemen des Islam
     

8.3. Hoch-Risikofeld: Bürokratie
kann als die strukturelle Gewalt der papier- und mtlw. elektronikgetriebenen Schreibstubenherrschaft bezeichnet werden. Die Bürokratie ist ein transkontextuelles und mtlw. trans- und interkontinentales Risikofeld aus Schnittmengen anderer Risikofelder, das gleichwohl äußerst unangenehme Eigengesetzlichkeiten entwickelt hat. Ein kafkaeskes  Kennzeichen der Bürokratie ist ihre Intransparenz, unnachvollziehbare Willkür, das Warten lassen und bestenfalls gewährendes Erteilen von Erlaubnissen unter dem euphemistischen Titel von Ordnung und Sicherheit.
Die Bürokratie dient der alltäglichen, institutionellen und alles Lebensbereiche durchziehenden Herrschaftsabsicherung der herrschenden Entscheidungseliten durch strukturelle Gewalt in Form von Formblättern, (Din)Normen und statistischen Erhebungen auf dem vor-, sub- und afterparlamentarischen Schleichwegen.
Das erste Ziel der Bürokratie ist nicht nur ihr personenunabhängiger, systemischer Systemerhalt, sondern ihre imperialistische und kolonialistische Durchdringen aller Lebensbereiche bis zur lähmenden Sklerotisierung. Da im Zeitalter der globalisierten Geopolitik, die nationalen Bürokratien nicht mehr ausreichen, haben sich transnationale Superbürokratien wie die EU, die UNO, die Weltbank, der IWF und bis in die Sportbereiche das NOK, die FIFA viele, viele weitere skandalgeschüttelte Bürokratien gebildet.
Die bürokratische Regulierungswut des Staates wütet insbesondere in den Bereichen besonders zügellos, in denen die Bürger zu ihrem eigenen ‘Schutz‘ kontrolliert (bspw. Verkehrs- un d Waffenbürokratie), ausgebeutet (Steuerbürokratie) und in ihrer Freiheit weiter eingeschränkt werden (Ökonomiebürokratie auf dem Weg in die ökofaschistische Planwirtschaft).
Man könnte aus analytischem Zynismus spotten, dass die intransparenten Schachtelimperien der neoliberalen Kapitalgesellschaften in den Steuerparadiesen ihren systemischen Meister in den staatlichen Bürokratien und ihrem Personal den verbeamteten und bestens alimentierten Bürokraten gefunden haben.
Die überindividuelle Entpersöhnlichung der Bürokratie findet in der reziprokes Pendant in den personengebundenen, aber dafür intransparenten Netzwerken der Lobbyisten und ihrer Schmiergeld Ströme.
 

8.4. Hoch-Risikofeld: Lobbyismus
Beim Lobbyismus handelt es sich um eine interessen- und geldgetriebene, intransparente Manipulation von Informationen für das politische Schranzentum. Der Lobbyismus dient zur Berherrschung der anderen Hoch-Risikofelder, damit die ‘richtigen‘, strukturellen Entscheidungen im Sinne der herrscheden Funktionseliten getroffen werden. Es handelt sich um eine scheinlegitimierte und pseudolegalisierte, möglichst intransparente Einflußnahme von kommerziellen, häufig konzernstrukturierten Konglomeraten, Verbänden und Personen, die qua Geld, Geschenken und manipulierten Informationen erheblichen, strukturellen Durchsetzungsdruck auf die politische Mandatsinhaber ausüben.
Lobbyismus in der EU
Schätzungsweise 25.000 Lobbyisten mit einem Jahresbudget von 1,5 Milliarden Euro nehmen in Brüssel Einfluss auf die EU-Institutionen. Etwa 70 Prozent von ihnen arbeiten für Unternehmen und Wirtschaftsverbände. Sie genießen privilegierte Zugänge zu den Kommissaren. Und sie überhäufen die Abgeordneten mit ihren Änderungsanträgen für Gesetzesvorlagen. Die europäische Demokratie läuft Gefahr, zu einer wirtschaftsdominierten Lobbykratie ausgehöhlt zu werden.
Lobbyistenlandschaften, Schattenmächte und Drehtürkarrieren
In Berlin gibt es ‘gepflegre‘ Lobbyistenlandschaften, die sich mtlw. zu regelrechten Habitaten von Schattenmächten ausgeweitet haben; hier wird völlig unverdrossen ohne Regierungsamt geschmiert und regiert.
In dieses Feld gehören auch die bei ehemaligen Mandtsträgern beliebten Drehtürkarrieren, zuerst war man in die Politik zugange und dann in den Lobbygruppen oder umgekehrt.
Überbezahlte Vortragstätigkeiten
Eine ausufernde Form der intransparenten Geldflüsse aus den Lobbyistenkassen an dem politischen Schranzen- und dem lobbyistischen Bonzentum besteht in den überbezahlten Vortragstätigkeiten von Parlamentariern bei denen die Politschranzen ihr Entscheidungswissen legal und gesetzeskonform, aber eben nicht legitim gegen Hyper-Gagen den Lobbyisten-Bonzen zu ihrer wechselwirkenden Selbstbeeinflußung zur Gesetzformulierung frei Haus liefern.
Freihandelsabkommen
So sind die zuvor bereits erwähnten Freihandelsabkommen bürokratisch-institutionalisierte Folgen des intransparenten, aber hochfluiden Lobbyismus. In den Freihandelsabkommen wurden lobbyistische Bemühungen in stabile, strukturelle Bürokratien zur Vorteilsgewährung von Interessengruppen umgewandelt.
Unzureichende Gegenbewegungen
Alle ernsthaften Gegenbewegungen wie bspw. von Transparency- International, Lobby-Control, Abgeordneten-Watch, dem Bund der Steuerzahler und vielen, vielen anderen sind bisher an Hydra des Lobbyismus gescheitert. Das Kartellamt wurde zu einer zahnlosen und abnickenden Behörde der Fassadendemokratie umgestaltet. Ein Lobbyregister existiert in Deutschland bis heute nicht.
Ein konkretes Beispiel
Der Drehtür-Effekt stammt ursprünglich aus der Suchttherapie in den Landeskrankenhäusern. Wie bereits oben erwähnt, wurde dieser Terminus mtlw. in die Politik importiert. Neben der politisch motivierten Psychiatrisierung G. Mollath hier ein weiteres Beispiel für neue Art der ‘PPP‘ (Politisch-Psychiatrische-Projetnähe). Schon in der ersten systemischen Weiterbildungsgruppe Anfang der 1980er Jahre - im Rahmen der Marburger fam e.V. um K. Deissler war Norbert Rüther, der ehemalige Chefarzt im LKH Langenfeld ein Teilnehmer. N. rüther war auch SPD Mandatsträger in Köln der systemisches Know-How ziemlich unverblühmt für seine lobbyistischen Müll-Manipulationen im korrupten Politsumpf des Kölschen Klüngel einsetzte. Die fam.e.V und ihre wortschöpfenden Protagonisten führen bis heute wertschätzende Beziehungen in das psycho-soziale Umfeld um das LVR Langenfeld. Honi soit qui mal y pense.
 

8.5. Hoch-Risikofeld: Ökonomie
Abriß der jüngeren Geschichte der Ökonomie

Im August 1971 schaffte R. Nixon den Goldstandard des US Dollars ab, da die Kosten des Vietnam Krieges den US Dollar als stabile, goldgedeckte Papier- und Ankerwährung überforderten. Das führte 1973 zum Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems. Gleichzeitig kann im September 1973 der Beginn der weltweiten, neoliberalen Wende mit Pinochets Putsch in Chile gegen S. Alliende verortet werden. Diese Initialzündung der neoliberalen Ökonomisierungen durch die Chicago Boys führten auf der globalen Ebene über die Wirtschaftspolitik von R. Reagan und  M. Thatcher in England (There is no such thing as society) u.a. zur 2000-er Dotcom-Blase und zum Börsen-Crash von 2008.
Die Folgen der Krisen von 2000 und 2008
Die daraus abgeleitete Rettung ‘systemrelevanter Banken‘ auf Kosten der Bürger, außerhalb der parlamentarischen Gesetzgebung und die chronisch weiter anschwellenden Staats- und Währungskrisen führten ohne grundsätzliche Veränderungen in der neoliberalen Wirtschaftsdoktrin von der sozialen zu einer asozialen Marktwirtschaft disrutptiver Veränderungen mit einem überdehnten Gini-Koeffizienten, der die Ungleichverteilungen abbildet. Was tut die Politik gegen die zunehmende Armut als eine Folge der Ungleichverteilungen? In Verbindung mit dem weiter gültigen Glaubensbekenntnis einer ungehemmten Wirtschftswachstumsreligion (Oikodizee) und einem ungebremsten Ressourcenverbrauches schwillt die Kapitalismuskritik zunehmend an.
Die Prognosen
Neben führenden Ökonomen, wie  Max OtteMarkus KrallDaniel Stelter, Friedrich & Weik warnt nun auch zum wiederholte Mal Felix Hufeld von der Bafin vor einer Instabilität der Finanzsysteme. Es wird bis 2023 ein Mega-Crash der Finanzsysteme prognostiziert zu dem im Vergleich der Börsen Crash von 2008 ein laues Lüftchen gewesen sein soll.
Die Folgen für Beratungsprozesse
Ob nun die Lösung dieser Probleme in weniger oder sogar mehr Kapitalismus oder einer völlig anderen Wirtschaftsordnung liegt, sind auch Psychotherapeuten und insbesondere Organisationsberater gut beraten sich bzgl. ökonomischer Fragestellungen und Zusammenhänge, sowie deren Auswirkung auf die Lebenswelten ihrer Mandanten (und ihrer eigenen Biographie) sachkundig zu machen, ökonomisches Wissen zu bevorraten und ihre Lebenswelten mgl. krisenfest auszurichten.
Langfristige Folgen und Zyklen

Wie bspw. die aktuellen politischen Entwicklungen in Chile zeigen, wirken die Schock-Interventionen der Chicago Boys aus dem Jahr 1973 bis heute nach.
 

8.6. Hoch-Risikofeld: Ökologie & Klima
Ökologie könnte man als den Gegenpol zur Ökonomie auffassen. Seit dem Jahr 2000 spricht man vom Anthropozän. In diesem neuen Zeitalter steht es um die globale Ökologie aufgrund menschengemachter Eingriffe nicht zum Besten und die ‘Schöpfung‘ ist auf das Schwerste ramponiert. Sind Ökologie und Ökonomie oder Kapital und Klima versöhnbar und wen ja wie? Gibt es im System des globalen, neoliberalen Wachstumskapitalismus dafür Lösungen oder muss es dafür andere Betriebssysteme geben?
Und werden sich diese Übergänge friedlich oder kriegerisch vollziehen?
Vgl. dazu auch unter Manifesto die detaillierten Ökologie-Informationen des mli.
 

8.7. Hoch-Risikofeld: Wissenschaft & Technik
Die Geisteswissenschaft gehören zum ursprünglichen Kompetenzbereich des mli im Unterschied zum Themenfeld Technik. Aber im Zeitalter einer digitalen und ökologischen Transformation aller Welt- und Gesellschaftsbereiche sind technische Entwicklungen ebenfalls so folgenschwer und auswirkungsreich, dass abgeschätzt werden muss, in welche Richtung die technischen Entwicklungen mit welchen Folgen driften. Es gab seit der industriellen Revolution Skeptiker oder eindringlche Warner vor den Gefahren durch selbstverursachte, technischen Havarien wie bspw. Ernst und Friederich Georg Jünger, Günther Anders, Hans Jonas und andere mehr.
Wenn uns nun die Technik in diverse Havarien hineintechnologisiert hat, dann stellt sich die Frage, ob sich die Menscheit ohne Technik aus diesen Havariedillemata heraustechnologisieren könnte oder ob es dazu gerade die eine oder eine andere Technik braucht.
Es scheint klar zu sein, dass sich die Menschheit und das globale Betriebssystem in einer großen technischen, digitalen und ökologischen Transformation befindet. Völlig unklar scheint aber zu sein, mit welchen Mitteln, in welchem Tempo, über welche Zeiträume, in welche Richtungen, in welcher Reihenfolge und zu welchen Zwecken und Zielen durch welche Steuerungen oder Driftings sich diese große Transformationen bewegen werden und welche gesellschaftspolitischen Wechsel- und Rückwirkungen es auf die anderen Risikofelder geben wird.
Diese Transformationen werden in erster Linike von Ingenieuren gemacht. Klimatologen, Sozialwissenschaftler, Politiologen oder gar Ideologen werden die ‘Welt vmtl. nicht retten‘. Aber es wird auch darüber zu diskutieren sein, ob alles was technisch gemacht werden kann auch gemacht werden soll. Und wer darüber in welcher Art und Weise entscheiden wird.
 

Hoch-Risikofeld: 8.8. Infrastruktur
Im August 2018 stürzte in Genua der Polcevera Viadukt ein und 43 Menschen fanden den Tod. Dieses Desaster wirft ein Schlaglicht auf eine Marodisierung der Infrastruktur und die Abhängigkeit von zuverlässigen Infrastrukturen. In Ludwigshafen sind die Rheinbrücken wegen Einsturzgefahr gesperrt, die Sanierung der Salierrheinbrücke in Speyer wird sich länger hinziehen, in Karlsruhe muss ebenfalls die Rheinbrücke saniert werden, Deutschlands Brücken bröckeln allenthalben.
Man kann könnte bestenfalls streiten, ob die Infrastruktur der Bahn in einem noch prekäreren Zustnd ist als die deutsche Brücken- und Verkehrsinfrastruktur.
Für die Sanierung von Schulen, Schwimmbäder und öffentlichen Gebäude fehlen ebenfalls Milliarden.
Die Energiewende ist ein infrastrukturelles, ökonomisches und ökologisches Desaster und dass Deutschland u.a. deswegen die höchsten Strompreise hat, die weiter steigen werden. Bei einem großflächigeren Strom-Blackout wird sich Deutschland innerhalb von 24 Stunden in ein Katastrophengebiet mit unübersehbaren Folgen verwandeln. Es kommt hinzu, dass weite Teile der deutschen Infrastruktur computergesteuert sind und damit einerseits von der Stromversorgung abhängig sind und andererseits vor Datenangriffen geschützt werden müssen.
Das deutsche Mobilfunknetz ist mtlw. hinter einige afrikanische Netze zurückgefallen. Einerseits kommt der Ausbau des 5 Netzes nicht richtig voran, andererseits werden die gesundheitlichen Risiken der gerichteten und gepulsten 5G Frequenzen weder hinreichend untersucht oder beforscht, noch auf die Gefahren hingewiesen. Stattdessen werden die Grenzwerte hochgesetzt, was sich durch die lobbygesteuerten sich selbstkontrollierenden Norminstitutionen erklärt.
Der Schuldenstaat kommt seinen infrastrukturellen Verpflichtungen seit Jahrzehnten nicht mehr nach, und die einst gepriesenen öffentlich, privaten Partnerschaften zur Rettung der Infrastruktur machen es nur noch teuerer und schlimmer.
Die vorherigen Bereiche stellen nur Beispiele der maroden, deutschen Infrastruktur dar von vielen weiteren Bereichen, wie Müll- und Abwasser Entsorgung oder der gesamten Gesundheits-, Bildungs- und Verteidigungsinfrastruktur war dann noch nicht die Rede.
Die ‘Brasilianisierung‘ Deutschlands schreitet auf allen Ebenen zügig voran, während gleichzeitig die deutsche Steuerlast zu den höchsten der Welt gehört.
Fazit: Infrastrukturelles Systemversagen
Die Ereignisses des ICE-Unglück Eschede 1998, Orkan Lothar 1999, Elbeflut 2002, Münsterlander Schneechaos 2005, Orkan Kyrill 2007 haben Ausblicke auf ein infrastrukturelles Systemversagen konkretisiert.
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe verzeichnet acht Sektoren mit 30 Branchen als kritische Infrastrukturen. Insbesondere in den Industriegesellschaft besteht auf allen Sektoren eine symbiotische Abhängigkeit zu einer ungestört funktionierenden bzw. krisenstabilen und katastrophenflexiblen Infrastruktur. Davon kann nach dem Befund der Allianz Katastrophenschutz-Analyse auf keinem Infrastruktur Gebiet die Rede sein, sondern die Allianz hält ein infrastrukturelles Systemversagen für hoch wahrscheinlich. Auch das Grünbuch des Bundestages „Risiken u. Herausforderungen für die öffentliche Sicherheit in Deutschland“ hält ein systemisches Versagen kritischer Infrastrukturbereiche für hoch wahrscheinlich.
Jenseits der anderen Hoch-Risikobereiche zeigt auch gerade dieses Themenfeld die äußerst bedrohlichen Anschlussprobleme durch einen  zunehmenden Verlust der deutschen technologischen und wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit.
 

8.10. Hoch-Risikofeld: Religion
1783 kurz vor der französischen Revolution wird in Berlin das Theaterstück ‘Nathan der Weise‘ von G.E. Lessing uraufgeführt, das mit seiner drei Ringe-Parabel für religiöse Toleranz und einen religiösbasierten Humanismus wirbt. Aber bereits 1916 wurde von dem marxistischen Philosophen Georg Lukács durch den ersten Weltkrieg ausgelösten tiefem Pessimismus und eine säkularisierten Sinnentleerung die transzendentale Heimat-, Obdach- und Orientierungslosigkeit in einer gottverlassenen Welt diagnostiziert.
Während die christlichen Kirchen weiterhin an Mitgliedern verlieren, haben sich in den nordwestlichen Industrie- und Wissensgesellschaften die sinnstiftenden Fragen und die Antworten auf die letzten Dinge auf psychologische oder esoterische und andere obskure Felder verlagert.
Im globalen muslimischen Korangürtel sind gegenteilige Entwicklungen im Gange.
Dies wurde durch Salman Rushdi's Verurteilung zum Tode auf Grund seiner 1988 publizierten Satanischen Verse durch den damaligen iransichen Präsidenten Chomeni sichtbar. Ebenso wie die 2005 global inszenierten und gewalttätigen Ausschreitungen auf Grund einer Publikation der zwölf Mohamed Karrikaturen im dänischen Jyllands-Posten. In  Folge dieses „Karikaturenstreites“ fand 2011 ein Brandanschlag und 2015 der Mordanschlag auf die Pariser Satire-Zeitschritf Charlie Hebdo statt.
2015 fast einhundert Jahre nach Lukács Diagnose, der transzendentalen Obdachlosigkeit, ist die Freiheit in den säkularen westlichen Gesellschaften ‘dank‘ dieser unheilvollen Entwicklungen, der weiter ungebremst, eingewanderten Muslime und insbesondere dem politischen Islam durch religiösen Fanatismus und religiös bedingten Terror bedroht. Die fatalen Auswirkungen dieser unheilvollen Entwicklung auf die gesellschaftspolitischen Änderungen sind wieder in das Zentrum der hochpolitisierten gesellschaftlichen Aufmerksamkeit, Auseinandersetzungen und Spaltungen gerückt. Im Landesinnereren werden durch bspw. auf Weihnachtsmärkten durch Merkel-Poller ständig neue Grenzen gezogen, während die Außengrenzen offen wie ein Scheunentor stehen.
M.a.W. Psychotherapeuten, (Organisations-)Berater und Coaches sind gut beraten, wenn sie sich auf dem Boden der säkularisierten Aufklärung, sowohl von den religiösen, wie den spirituellen und den gesellschaftspolitischen Seiten von Religion bzgl. ihre Beratungsprozesse befassen.
 

8.11. Hoch-Risikofeld: Mediokratie

„Die Funktion der bürgerlichen Presse ist die Immunisierung gegen Systemkritik‘.“
Gottfried Stiehler (1924-2007)

„Die Zeitungen beschönigen die Wirklichkeit bis zur Unkenntlichkeit.“
Medienkompetenz des unbekannten DDR Bürger

„Alles Nazis ausser Mutti“
P. Feist zur Nazikeule

Das Pinocchio Phänomen oder
was ist los im deutschen Blätterwald?

Der Wald soll neben dem Auto der Germanen liebstes Kind sein. Wald, Autos und Straßen stehen in einem unvereinbaren Spannungsdreieck. Dieses Spannungsdreieck scheint zur Zeit harmlos zu sein im Vergleich zum Bermudadreieck des deutschen Blätterwalds. Stimmt der neue mediale Komparativ: Lückenpresse, Lügenpresse, Mainstream-Mediokratie?
Anfang Mai 2019 bringen der Medienwissenschaftler H.M. Kepplinger und M. Mattusek bei Tichy die mediale Gemengelage in einer tiefenstrukturellen Analyse sehr genau auf den Punkt.
Es kommt hinzu, dass sich die deutschen Medienlandschaft zunehmend auf wenige Medienmonopole konzentriert, was sich in einem entsprechenden, einseitigen und schmalen Meinungsband widerspiegelt. Zudem sinken die Auflagen ins Bodenlose und die freien Medien erleben einen entsprechenden Aufschwung.
Mehr dazu unter dem Stichwort Mediokratie auf den meta-politischen Manifestoseiten des mli.
 

8.12. Hoch-Risikofeld: Sexualität
Kommt bald

8.13. Hoch-Risikofeld: Kultur & Kommunikation
Kommt bald