Leider tut die so losgelassene „Natur“ dem Menschen nicht den Gefallen, ein natürliches Gleichgewicht herzustellen, und seit Jahren ist die „Natur“ nicht durch Menschen, sondern durch die zuwandernden Hirsche bedroht.
Lucius Burckhardt, 1977
Landschaftsentwicklung und Gesellschaftsstruktur

 

5. Starkes Themenfeld: Natur
5.1. Geist und Natur

als ökologisches Brand sucht transdisziplinär nach den verbindenden Mustern in Außen- und Innenwelten mithilfe von vier scheinbar separaten Werken mit komplexen Welt- und Menschenbildern: Gregory Bateson, Ernst Jünger, Lucius Burckhardt und Christopher Alexander.

Gregroy Bateson (1904-1980), Geist und Natur
Das Lebewesen, das im Kampf gegen seine Umwelt siegt, zerstört sich selbst.

Ein wichtiger Baustein von Batesons Werk war das ‘Muster das verbindet'. Es wurde zu einem zentralen Motto des missing-link-instituts. Mit diesem Motto umriss Bateson eine kontextsensible, ökologische und anti-pointillistische Sichtweise defraktionierender Zusammenhänge zwischen den unterschiedlichsten Phänomenbereichen. Es wurden in den 80er Jahren zu einem Zündfunken des systemischen Felds und damit auch (von Bateson sicherlich ungewollt) zu einem Grundstein des klimarettenden Kulturmarxismus.

Ernst Jünger (1895-1998), Der Waldgang
„Waldgänger ist also jener, der ein ursprüngliches Verhältnis zur Freiheit besitzt, das sich, zeitlich gesehen, darin äußert, daß er dem Automatismus sich zu widersetzen und dessen ethische Konsequenz, den Fatalismus, nicht zu ziehen gedenkt. Ein solches Wagnis kann Erfolg nur dann erhoffen, wenn ihm von den drei großen Mächten der Kunst, der Philosophie und der Theologie Hilfe geboten und Bahn im Ausweglosen gebrochen wird.“

Fußend auf seinen Kriegserfahrungen im "Wäldchen 125" beschreibt Jünger im Waldgang die Position der Verantwortung des Einzelnen in einer Epoche der Anpassung. Der Wald als Rückzugs- und Erholungsraum der gesellschaftlich Randständigen, der Partisanen, der Dissidenten, der Störenfriede und der Rebellienten. Der Waldgang ist ein Bekenntnis zur tiefenstrukturellen Natur der unzähmbaren Wilderness des Menschen und damit ein Programm des Sträubens und des Widerstands gegen ideologische und staatliche Vereinnahmung.

Lucius Burckhardt (1925-2003), Spaziergangswissenschaft
„Ein Anliegen der von uns so genannten Spaziergangswissenschaft muss es also sein, gleichzeitig mit der Wahrnehmung auch die Determiniertheit unserer Wahrnehmungsformen aufzuzeigen, so dass auch neue und ungewohnte Beurteilungen bekannter Situationen möglich werden.“

Das Flanieren über die Pflasterstrände ist die Weiterentwicklung des Umherschweifens mit stereoskopischem Blick. Lucius Burckhardt als Spaziergangswissenschaft in Landschaftsräume. Burckhardt wurde zum transdisziplinären Mahner und Warner einer weiteren Zerstörung der Natur durch technikgetriebene, vulkanische Werkstättenlandschaften.

Christopher Alexander (1936), Mustersprache
„Jedes Muster beschreibt zunächst ein in unserer Umwelt immer wieder auftretendes Problem, beschreibt dann den Kern der Lösung dieses Problems und zwar so, dass die Lösung millionenfach angewandt werden kann, ohne sich je zu wiederholen.“

Alexander hat als grenzüberschreitender Denker zwischen Architektur, Philosophie und Systemtheorie G. Bateson's Leitidee des ‘Pattern which connects‘ zur ‘Pattern language‘ weiterentwickelt. Alexander macht tiefenstrukturelle Verbindungsmuster für unterschiedlichste Anwendungsbereiche fruchtbar.

Zweck und Ziel
In diesen Veranstaltungen durchstreifen wir die Eremitage des mli als locus amoenus und in Tagesreisen die im Herzen Europas gelegenen Natur-, Kultur-, Stadt-, Landschafts-, Wald- und Gartenräume der Vogesen und des Elsass als das corpus callosum des deutsch-französischen Körpers.
Transdisziplinär werden die verbindenden Muster der scheinbar gegensätzlichen Welt- und Menschenbilder von Bateson, Jünger und Burckhardt verknüpft und mit den neuen Forschungen zur heilenden Kraft des wilden Waldes und seiner Bäume dem Waldbaden ergänzt. Auf diesen Wald- und Landschaftsspazier-
gängen mit Tagesausflügen werden die Transitzonen und Reisen aus den Außenwelten in den Kosmos der Weltinnenräume der Teilnehmer mit weiteren Verfahren wie des FluXXus, der Symbolisation, der REBELlienz, der Mannigfaltigkeitn-1, dem Stoanon, dem HistorioDRAMA, dem stereoskopischen Blick und dem subtilen Jagen erkundet und dokumentiert.
Der entscheidende Unterschied bei der Anwendung der mli Brands in diesem Seminar ist, dass sie überwiegend draußen in einer der anregendsten Kulturlandschaften im Herzen Europas beim erkundenden und reflektierenden Umherschweifen und eben nicht nur in den Innenräumen des missing-link-instituts angewandt werden.