„Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“ André Gide

Die polyration ist ein Modell zur partizipativen Moderation von Vielstimmigkeit.
Der Moderator ist inhaltlich neutral, aber mit dem Einverständnis der jeweils moderierten Personen bzw. Gruppe/n hat er die Steuerungsgewalt über Sprecherreihenfolge, Sprecherlänge und Sprecherwechsel, ebenso wie über eine partizipative, choreographische Gestaltung des jeweiligen moderierten Vorhabens.
Übertragen auf einen Gerichtsprozess ist der Moderator weder Ankläger noch Verteidiger und schon gar nicht Schöffe oder Richter, sondern er ist der Gerichtsdiener und Wahrer der Prozessordnung. Der Moderator sorgt dafür, dass alle Prozessbeteiligten ausführlich zu Wort kommen und für ihre Positionen Gehör finden. Dadurch sorgt er auch dafür, dass ein Prozess gerecht und fair abläuft. An der Entscheidungs- bzw. Urteilsfindung ist er nicht beteiligt. Die verschiedenen Prozessbeteiligten und ihre Standpunkte sind dem Moderator gleich-gültig. Das heißt nicht, dass sie ihm egal sind, sondern sie gelten ihm gleich.
Der Moderator hat auch zu prüfen, ob die getroffenen Entscheidungen von allen Prozessparteien anerkannt werden bzw. wenn nicht, warum nicht und was entschieden werden müsste, damit Entscheidungen von allen anerkannt und befolgt würden.