Causa DVNLP

Deutschlands Sex Hauptstadt
Dass Hamburg als Hafenstadt mit dem Kiez Sankt Pauli zumindest einmal Deutschlands Hauptstadt für käufliche Liebe war, weiß heute jedes Kind. Die Buzz-Words Reeperbahn, Herbertstraße, Davids Wache, dem Star Club als Geburtsort der Beatlemania, und die Karriere von Domenica als Königin der Reeperbahn zur Sozialarbeiterin sind nicht nur Lesern der Bild-Zeitung geläufig.
Mtlw. scheint sich einige Karriereentwicklung in Hamburg eher um 180 Grad ins Gegenteil verkehrt zu haben, von Sozialarbeit, Beratung und Psychotherapie zu verbandlich organisierten Königen der Unterwelt oder zumindest zu geduldeten nebenberuflichen Tätigkeiten im Rotlichtmillieu.
Spätestens seit Hrn. Schill als pistolenschwenkender Parteichef und dem 2017er G 20 Gipfel ist man aus der Hamburger Politik einiges gewohnt, und so läutet es in Hintergrundgesprächen so, dass diese Machenschaften sich sogar bis in die Hamburger Politik ziehen sollen. Mglw. findet sich darin der Grund, dass in dieser Angelegenheit die Psychotherapeutenkammer von Hamburg nicht schon längst offiziell tätig geworden zu sein scheint und einen ‘brutalst-möglichen‘ Untersuchungsausschuss à la Roland Koch eingerichtet hat.
Da die Seelenindustrie mtlw. eine zentrale, politisch befriedende und unterhaltende Funktion hat, traut sich auch das einstige ortseigene Sturmgeschütz der Demokratie, der Spiegel, nicht an diese Geschichte ran. Die links eingefärbte Gesinnungspresse macht, was sie am besten kann, wenn der Mainstream auf Abwegen wandelt, sie schweigt und hält die Klappe.

Die Causa DVNLP
Die Rede ist von den umfangreichen und tiefengreifenden Recherchen und Publikationen des Hamburger Diplom-Psychologen und Spiritus-Rektor des deutschen NLP Thies Stahl in der Causa DVNLP (Deutscher Verband für Neurolinguistisches-Programieren e.V.). Stahl schreibt in seinen Recherchen nicht etwa über einen Hamburger Rocker Club, der seinen Broterwerb durch Drogenhandel, Waffenschiebereien und Prostitution organisiert, sondern spricht von einem faschistoid-totalitär entgleisten Psychomethoden-Verband mit Zertifikatsbetrug, Missbräuchen sowie Menschenrechtsverletzungen.
Stahl deckt in seinen detaillierten Recherchen das ‘wundersame‘ Geschäftsgebahren des DVNLP und seiner Funktionseliten auf. Nun wollen wir nicht zu einem von political correctness durchtränken Tugendbold verkommen, doch wenn man das liest und es nicht besser wüsste, wäre man fast geneigt zu glauben, es handele sich um eine Sondernummer des Männermagazins St. Pauli Nachrichten. Ein Extrablatt, das von einer enthemmten Diffusion der Sitten und Bräuche des Rotlichtviertels in die bürgerliche Therapiegesellschaft berichtet, ‘fifty shades of redlight‘. Die Liste von Stahls Anklagen ist ziemlich lang. Stahls Report ist, sehr höflich umschrieben, ein ziemlicher dicker Hund, das scheint mehr mit organisierter Kriminalität als mit einer Kleintierpraxis zu tun zu haben.

Das Lucke-Syndrom
Stahl selbst scheint vom Lucke-Syndrom betroffen zu sein. Der Gründervater und Ehrenpräsident des DVNLP hat 2015 seinen Verband verlassen, der DVNLP behauptet (wohl auch wieder fälschlich) er habe Stahl gefeuert. Wie dem auch sei, im DVNLP kamen wie in der AfD plötzlich neue Kräfte an die Macht, denen Stahl heute mit seinem  ‘J'accuse‘ entgegentritt. Der DVNLP versucht bisher so zu tun, als wenn nichts wäre. Aber er bekämpft im Hintergrund Stahl juristisch bis aufs Blut und versucht, ihn als durchgeknallten Spinner hinzustellen. In dieses unappetitliche Horn stößt auch mein alter ‘Freund und Kupferstecher‘ Gunthard Weber vom systemischen Carl-Auer-Verlag, einer der deutschen Oberaufsteller und Parteigänger von Bert Hellinger. (Zu dieser Figur des Grauens gibt es zeitnah einen extra Report.)
Daraus, dass der DVNLP nicht für eine neutrale Untersuchungskommission und für eine Selbstanzeige seiner Protagonisten bei der Hamburger Psychotherapeutenkammer sorgt, lässt sich nur schließen, dass der DVNLP eine umfassende und neutrale Untersuchung scheut wie der Teufel das Weihwasser. Man fragt sich weiter, wie es sein kann, dass Lehrende der Deutschen Sporthochschule in Köln noch auf Veranstaltungen im Umfeld des DVNLP auftreten. Ist dem Direktorium der dshs nicht bekannt, in welchem Umfeld ihre Mitarbeiter da agieren? Oder sind da mtlw. vergleichbare Usancen eingerissen, könnte man mutmaßen, was man natürlich noch nicht glauben will.

Die Mollath Affäre
Mir fällt zu der ganzen DVNLP Geschichte spontan die Affäre Gustl Mollath ein. Mollath, der zunächst auch als ‘Irrer‘ viele Jahre in der Psychiatrie schmoren musste, bis der ganze Schlamassel im Range einer Staatsaffäre ans Licht kam. Es stellte sich dann heraus, Mollath war völlig normal und hatte mit seinen Beschuldigungen in allen Punkten Recht. Mollath war das Opfer und diejenigen, die sich jahrelang als Opfer ausgegeben hatten, waren die verlogenen Täter. Natürlich wurde wie immer allseitig versichert, dass die Affäre Mollath nur ein bedauerlicher Einzelfall ohne strukturelle Komponenten war. Wer solcherlei heute noch glauben will und bspw. nichts von den Techniken des Tiefen Staates wie Gaslighting als struktureller Gehirnwäsche weiß, der darf weiter glauben, was die Tagesschau - auch aus Hamburg - so verzapft.

Bandit & Swindler
Nun ist man aus den Kreisen des NLP und ihrer amerikanischen Gründer ‘Bandit & Swindler‘, die ihre Spitznamen sicher nicht zu Unrecht tragen, einiges gewohnt, auch zu Bandlers Koksmord (an einer Kursteilnehmerin, Prostituierten und Drogenhändlerin) hat Stahl Analysen publiziert. Abgesehen davon wurde dem NLP häufig nachgesagt, es sei u.a. nicht nur eine Meta-Technik der Ericksonschen Hypnotherapie (sowie von Fritz Perls und Virginia Satir, die sich ebenfalls früh von Bandler & Grinder distanzierte) für die im Geiste eher einfach Strukturierten. Zudem hieß es, das NLP sei vor allem für die vorwiegend kommerziell Orientierten im Lande auf schnelle Manipulation und Beherrschung anderer gebürstet. Qua NLP und eye-scanning patterns versucht der letzte Gebrauchtwagenverkäufer, seine überteuerten Schlitten seinen unbedarften Kunden anzudrehen.
Stahl wollte da scheinbar einen seriösen NLP Weg gehen, muss sich aber wohl eingestehen, damit zumindest im letzten Jahrzehnt auf der verbandlichen DVNLP-Ebene gescheitert zu sein, wenn man seinen umfassenden Recherchen Glauben schenken möchte. Das ist natürlich auch eine bittere Bilanz einer bis dahin außergewöhnlichen Berufskarriere als NLP-Ur-Vater in Deutschland.
Gleichwohl muss Kollege Stahl sich auch noch fragen lassen, ob er in seiner Zeit als Gründungsvorstand nicht blauäugig war und nicht gespannt hat, was da noch für Kräfte unterwegs waren, zumal die NLPer doch die Blitzmerker der Menschenkenntnis an sich sein woll(t)en.

40 Jahre kollegiale Freundschaft
Ich kenne den Kollegen Thies Stahl schon seit fast vierzig Jahren, als ich in Hamburg ca. 1980 an einem mehrtägigen Workshop mit den amerikanischen Hypnotherapeuten Steve und Carol Lankton anlässlich des Erscheinens ihres Buches ‘Practical Magic‘ teilgenommen hatte. Thies Stahl hatte diesen Workshop organisiert, es war sozusagen die Urzündung des deutschen NLP. Obwohl ich damals selber mehr als 1.000 Workshopstunden bei amerikanischen NLPlern angesammelt hatte, habe ich mich dann in die hypno-systemische Richtung in der direkten Linie von Milton Erickson sowie der systemischen Familientherapie entwickelt, gleichwohl bin ich seit dieser Zeit und weiteren Begegnungen Thies Stahl als seriösem Kollegen entfernt freundschaftlich verbunden geblieben.
Da ich mich seit einigen Jahren analytisch mit der Tiefenstruktur und den Machenschaften der Psychoverbände beschäftige, kam mir die Causa DVNLP in ihren Strukturelementen natürlich sofort vertraut vor. Gleichwohl sind die von Thies Stahl geschilderten Vorgänge im DVNLP im wahrsten Sinne des Wortes so ungeheuerlich, dass selbst ich mir als kritischem Verbändeanalytiker die Frage stellte, kann das wirklich alles wahr sein oder nicht, den schließlich sollen auch schon Psychotherapeuten und Psychiater übergeschnappt sein.
Gleichzeitig fragt man sich natürlich auch, ob sich die kriminelle ‘DNA‘ von Bandler im DVNLP nicht personell und tiefenstrukturell im Verband festgefressen haben könnte.

Kritische Befragung von Thies Stahl
Ergo habe ich im September 2018 Thies Stahl in HH besucht und ihn und seine Lebensgefährtin zur Causa DVNLP viele Stunden sehr kritisch befragt.
Nach meiner Eindrucksbildung waren weder Thies Stahl noch seine Lebensgefährtin irgendwie verrückt, noch gab es auch nur im Entferntesten irgendwelche Anzeichen einer Folie a Deux, wie sich Hr. Weber in seinem ‘Urteil‘ mit eingebauter psychiatrischer Vorfahrt meinte anmaßten zu dürfen. Stahl und seine Lebensgefährtin sind so normal und geistig frisch, wie man es unter solchen Umständen eben nur sein kann.
Denn es ist sonnenklar, dass der DVNLP wenig unterlassen hat, seinen Gründer Stahl wirtschaftlich nicht in den Bankrott schlittern zu lassen, die Tiefenpsychologen sprechen zu solchen Gelegenheiten vom ‘Vatermord‘. Wenn Abwertungen, Isolation und juristische Verfolgung nicht fruchten, lautet die nächste mgl. nicht-sichtbare Stufe im Kampf der Verbände und Sekten gegen Auf- und Ankläger versuchte, wirtschaftliche Ruinierung mit Methoden von Gerüchtestreuung und -steuerungen. Die ‘hohe Schule‘ einer ehrabschneidenden Praxis aus Masken der Niedertracht oder Kommunikation über Bande bzw. ‘hypnosis by proxy‘. Im klassichen Mailänder-Modell war es der entscheidende Unterschied von Klatsch in Abwesenheit oder Klatsch in Anwesenheit der Betroffenen.
Nichts beleuchtet die zweifelhafte Doppelmoral von Verbänden und Sekten besser als solche ökonomischen Austrocknungsstrategien. An der sichtbaren Benutzeroberfläche triefen die ethischen Leitlinien solche Organisationen vor hehren, humanistischen Verlautbarungen und Zielen, in den nicht-sichtbaren Tiefenstrukturen gegenüber ihren Kritikern werden sie fix mal von Gangstersyndikaten und organisierter Kriminalität ununterscheidbar. Aber solche perfiden Vernichtungsstrategien haben die Christen von den Römern übernommen und die Staaten und der Vatikan spätestens mit Machivelli zur diplomatischen Regierungskunst erhoben. Soweit nichts Neues auf der Welt.

Aber wer ist heute noch so naiv oder infantil, an den westlichen Wertekanon zu glauben, in dessen Namen bspw. Hr. Assange nun in Belmarsh dem englischen Gunatonamo mit Schwerverbrechern eingebunkert wurde. So werden Aufklärer und Opfer im Namen der westlichen Werte zu kriminalisierten Tätern umgedeutet. Das ist meine zentrale These aller Verbandskritik, die Mikrostrukturen der Verbände sind ‘auch nur‘ verkleinerte, aber nicht weniger perfide Spiegelbilder der Makrostrukturen der neoliberalen Gesamtgesellschaft.
Nun hätte der DVNLP bei seinem Fachgebiet wenigstens soviel symbolsensitiven Sachverstand walten lassen können, dass es nicht ganz einfach sein würde, jemanden, der Stahl heißt, mundtot machen zu wollen. Es hätte dem DVNLP und seinen Funktionseliten klar sein können, dass Gasligthing-Versuche das Gegenteil bewirken und ‘Stahl‘ eher in rostfreien Edelstahl transformieren werden.
Thies Stahl hat unter großen persönlichen Opfern eine immense Recherchearbeit geleistet. Er kämpft um sein Recht, was im versinkenden Rechtsstaat nicht ganz einfach ist. Ich hoffe und wünsche dem Kollegen, dass seine Stimme zeitnah das Gehör vieler Kollegen in anderen Beratungsfeldern finden wird und seine Anklagen zeitnah offiziell untersucht werden.