„Je weiter sich eine Gesellschaft von der Wahrheit entfernt, desto mehr wird sie jene hassen, die sie aussprechen.“
Selwyn Duke

„Die Freiheit ist ein Luxus, den sich nicht jedermann gestatten kann."
Otto von Bismarck

„Mitten im ausgelassenen Sommerfest begannen die Feinfühligen zu frösteln.“
Roland Baader
 

8. Von der großen zur Totalen Transformation
Die fatalen Felder der Hoch-Risikofolgenabschätzung

A. Von der Großen zur Totalen Transformation
1944 erschien von Karl Polanyi die Schrift ‘The Great Transformation‘, die den umfassenden Wandel von den mittelalterlichen Gesellschaften bis zur einsetzenden Neuzeit und der industriellen Revolution beschreibt. Die Bildung von Nationalstaaten und der Marktwirtschaft als homogene Binnenmärkte waren entscheidende Ergebnisse dieses Wandels. Als Folge dieser Transformation traten gehäuft gesellschaftliche Risiken auf, deren Folgen und Lösungen von Individuen getragen werden mussten. Heute sind wir auf dem Weg von der Großen zur totalen Transformation.
B. Von der bürgerlichen- über die Risiko- zur Weltrisikogesellschaft
Nach Hegels Definition der bürgerlichen Gesellschaft von 1820 beschrieb der Soziologe Ulrich Beck 1986 mit der Risikogesellschaft eine weitere Transformation der heutigen Industriengesellschaft. 2008 erweiterte Beck seine Thesen zur Weltrisikogesellschaft in der Globalisierung. 2008 vertrat Beck die Auffassung, dass er '86 bzgl. seiner Risikoabschätzungen reichlich naiv gewesen sei und sich in den dazwischen liegenden 22 Jahren die Risiken exponential erhöht und ausgeweitet haben. Die (Welt-)Risikogellschaften zeichnen sich u.a. dadurch aus, dass sie die Risiken zwar politisch und gesamtgellschaftlich erzeugten, aber die Risikofolgen und deren Beseitigung dem Indiduum überrlassen.
C. Permanenter Ausnahmezustand als neue Normalität
Allein durch die Banken-, Schulden-, Währungs- und Wirtschaftskrisen des bisherigen 21. Jahrhunderts (2001, 2008 und die Corona Krise 2020) haben sich die transformativen Ausweitungen und Beschleunigungen weiter eskalierend verschärft. Hochriskante, disrupte Entwicklungen in allen gesellschaftlichen Bereichen sind von der Ausnahme zum Normalfall geworden, wie es bspw. von G. Agamben  beschrieben wird. Währenddessen träumen Psychotherapie und Psychiatrie einerseits von einem stabilen, persönlichen Umfeld und andererseits von ständigen, neoliberalen Anpassungen als Beratungszielen. Diese malignen Paradoxien kennzeichnen die Unterschiede zwischen sozialromantischen Phantasien, radikalem Konstruktivismus, neuem Realismus und coronabedingter ‘Neuer Normalität‘.
Diese unlösbaren Widersprüche werden sich weiter verschärfen, aber sie haben schon heute erhebliche Rückwirkungen auf die Lebenswelten und Lebens- und Biographiegestaltung.
D. Die Negative Moderne und der Sturz ins Nichts
S. Hillenkamp stellt die zusammenfassende Diagnose einer ‘Negativen Moderne‘ in der die Freiheit bei ihrem ‘Sturz ins Nichts‘ bös unter die Räder kommt und am Ende auf der Strecke bleibt.
Daraus folgt, dass ständige Hoch-Risikofolgenabschätzungen zu einem zentralen Bestandteil außenwelt- und realitätsbasierter Biographie- und Organisations-Beratungsprozesse geworden sind.
Dementsprechend haben seit 2008 die (Welt-)Risikofaktoren weiter beschleunigende und äußerst beunruhigende Fahrt aufgenommen und sich in Hochrisikofeldern kristallisiert, die in folgender Übersicht zusammengefasst sind und anschließend jeweils kurz skizziert werden:
8.01. Geopolitik & Politik
8.02. Recht & Gesetz
8.03. Ökonomie
8.04. Bürokratie
8.05. Lobbyismus
8.06. Ökologie
8.07. Wissenschaft & Technik
8.08. Infrastruktur
8.09. Gesundheit
8.10. Migration
8.11. Religion
8.12. Mediokratie
8.13. Kultur & Kommunikation
8.14. (Deut-)Schlandismus
8.15 Naturkatastrophen

Als der Hoch-Risikofelder werden Bereiche definiert, die

  • in absehbarer Zeit unlösbar scheinen
  • sich in absehbarer Zeit weiter verschärfen werden
  • bei denen die politischen Kräfte und die Gesellschaft polarisierend gespalten sind
    (vgl. hierzu intra- und transkulturelle Toleranzdifferenzen)
  • eine öffentliche Diskussion der Ursachen der Risikofelder zunehmend tabuisiert wird
  • und Risiko-Dissidenz als Rassismus, Nationalismus und Faschismus diffamiert wird
  • bei denen ein Rückkehr zum Status ‘quo ante‘ z.Z. unwahrscheinlich erscheint und
  • die sich wechselseitig mindestens multiplikativ verstärken.

Ein Unglück kommt selten allein oder die wechselseitige Verstärkung der Hoch-Risikofelder
Nicht nur in derr deutschen Sprrache, sondern in vielen anderen Sprachen kennt man diese Weisheit des Volksmundes. Daher wird schnell deutlich, dass diese Risikofelder nicht unabhängig und isoliert nebeneinanderstehen, sondern sich wechselseitig negativ verstärken. Die risikotreibende Gesamtwirkung der Hoch-Risikofelder ist mehr als die Summe ihrer Teile. Es stellt ein malignes Betriebssystem des politisch organisierten Untergangs der Wenigen zum Schaden der Vielen dar. Die Risikowirkung ist daher nicht als eine Auswirkungs-Addition, sondern mindestens als eine Auswirkungs-Multiplikation oder mglw. sogar eine Risiko-Quadrierung zu bewerten.
Daher äußern nicht erst seit gestern internationale Magazine, deutsche Zeitungen, Historiker, Schriftsteller, Intellektuelle, Experten, ausländische  Dienste und die politischen Dissidenten sowieso die Befürchtung oder je nach Couleur die Hoffnung, dass die sich wechselseitig hochschaukelnden Hoch-Risikofelder über lang oder doch zu einem grundsätzlichen, gesellschaftlichen Betriebssystemwechsel führen würden, in dessen Folge es auch zu Bürgerkriegen und weiteren zwischenstaatlichen Kriegen kommen könnte.
Diese beunruhigenden Einschätzungen bildet auch der Stand der Doomsday Clock ab. 2020 hat sie mit 100 Sekunden vor ‘Zwölf‘ den alarmierendsten Zustand seit 1947 erreicht.
Was macht die Bundesregierung?
Schon 2012 erstellt die Bundesregierung einen Risikobericht bzgl. Bevölkerungsschutz in dem die Corona-Virus Epedemie von 2020 als Szenario haarklein, inklusive aller Grundrechtsschleifungen beschrieben wird. Und auf dem WWF in Davos im Januar 2020 fasste Fr. Merkel die alternativlosen totalen Transformationen der heutigen Zeit zusammen und kündigte Sanktionen für Kursabweichler an. Was Fr. Merkel damit gemeint haben könnte, zeichnet sich im KTID Projekt ab.
Durch die Corona-Krise ist der erste Dominostein nun gekippt
Insbesondere durch den Zusammenbruch kritischer Infrastrukturen kommt es zu Kaskadeneffekten. Mit dem Eintritt der Corona Virus Krise ist auf dem Hoch-Risikofeld Gesundheit(ssystem) der erste Dominostein gekippt. Durch besagte Kaskadeneffekte werden nun weitere Hochrisikofelder, wie die fragilen just in time Versorgungsstrukturen für Lebensmittel und weitere Lieferketten, sowie dann die gesamte Ökonomie auf dem Sturz ins Nichts einer bodenlosen Tiefe mit sich reissen.
Anfang August 2020 hat Gold als Risiko-, Krisen- und Unsicherheitsindikator ein neues Allzeithoch von über 2.000 $ pro Unze erreicht. Das lässt auf eine wenig erfreuliche, nähre Zukunft schliessen.
Fazit
Zentrale gesellschaftliche Handlungsfelder haben sich mtlw. zu ‘alternativlosen und tabuisierten‘ Hoch-Risikofeldern gewandelt, dadurch sollen die politisch geplanten Ursachen, Auswirkungen und Kritik der Hoch-Risikofelder und insbesondere ihre beständigen Kritiker nicht nur vom öffentlich-medialen Diskurs ausgeschlossen, sondern sanktioniert, mundtot und wenn mgl. existenziell vernichtet werden.
Stattdessen hat all das aber nur dazu geführt, dass die Deutschen ihr Vertrauen in Politik, Wirtschaft und Zukunft verloren haben, wie eine repräsentative Studie belegt.

8.1. Hoch-Risikofeld: Geopolitik & Politik
Ich glaube, das wir die dümmsten Politiker haben, die jemals in dieser Republik in Amt und Würden war. Dass das völlig singulär ist, dumm und ungebildet. Gregor Grosz

Geopolitik
In der Geopolitik kann man eine Verschiebung des Jahrhunderte vorherrschenden Zentrums  aus dem europäisch-transatlantisch-(nord-)amerikanischen Raums in das neue Zentrum des asiatisch-pazifisch-amerikanischen Raums feststellen.
Ferner stellt sich die Frage, mit welcher Geschwindigkeit die monopolare Aurichtung der ‘Pax americana‘ von einer tri- oder multipolaren Ausrichtung (USA-China-Europa-Russland) abgelöst wird und welche mittel- und langfristigen Folgen das haben wird.
Welche Rolle wird auf dem eurasischen Kontinent das chinesische Projekt der neuen Seidenstraße spielen?
Das Kriegsziel des zweiten Weltkrieges im Osten, die AA-Linie ist immer noch gültig. Es wird heute von den USA verfolgt, deren europapolitische Devise lautet: „To keep the Russians out, the Americans in, and the Germans down“. Es sei daran erinnert, dass die USA mit 1.000 Militärbasen ca. 95% der weltweiten Militärbasen betreiben. Es kommt das US Wirtschaftimperium mit den drei Säulen der weltweiten (wohlgemerkt privaten) Zentralbanken, dem IWF, der Weltbank und der US Regierung und dem Tiefen Staat als Handlanger der US Konzerne hinzu. Die USA haben sich seit 1945 durch vielfältigste Regime Changes und Morde an gewählten Staatspräsidenten ‘ausgezeichnet‘. Diese Triumvirat aus Militär, Ökonomie bzw. Plutokratie & Tiefem Staat nennt sich Corporatocracy.
Ein weiteres Problemfeld ist die multikontinentale Ressourcen-Sicherung (fossile Energien, Erze, Metalle, Wasser & Ackerland) sowie die heutige Gegenerreichbarkeit durch Migrationsströme.
Werden diese Prozesse und wird eine Neue Welt Ordnung (NWO), die fälschlichweise als Verschwörungstheorie denunziert werden soll, friedlich bleiben, oder wird das in welche, größeren Kriege der Zukunft münden?
Siehe dazu auch die Nachrichten zum Thema ‘Geopolitik‘ im Bereich ‘Manifesto‘.

Europa Politik
Die EU hat zur Zeit noch 28 Mitgliedstaaten. In der Europa Politik spielen die Fragen um die diversen Fehlkonstruktionen der EU die entscheidende Rolle. Der französische Figaro bezeichnete 1992 Maastricht als einen Versailler Vertrag ohne Krieg, mit dem bekannten Ende, dass die Deutschen zahlen, damit ist neben dem Euro eine von vielen weiteren Fehlkonstruktionen der EU umrissen.
Wenn die Engländer die EU verlassen, entspricht das dem wirtschaftlichen Gewicht von 16 kleinen EU Staaten. Es bleibt dann nur noch das Wirtschaftsgewicht von ‘elf‘ Staaten zurück, dadurch werden die tiefenstrukturellen Probleme der EU weiter an Brisanz gewinnen.
In der EU wird es nach dem Brexit und der Installation von ‘Flinten Uschi‘ zur Präsidentin der EU-Komission darum gehen, wann weitere Mitgliedsstaaten die EU verlassen, wann der Euro kollabiert und damit dann die gesamte Hyper-Bürokratie der EU ihr Ende finden wird.
Nach dem Fall des eisernen Vorhanges haben die USA in Europa den cordon sanitaire wieder installiert und stets nach der Maxime gehandelt:
Keep the US in, the Russians out and the Germans down.
 

Deutsche Politik
Die ‘smarte Politik‘ ist heute zu einem richtungslosen Polit-Marketing einer Symbol-Politik verkommen, so dass man mtlw. von einer Fassaden-Demokratie und einem Tiefen Staat ausgeht, die auf jeden Fall nicht die Interessen des Volkes vertritt, sondern bestenfalls den eigenen Machterhalt.
Dementsprechend sinkt das Ansehen der (machtgeilen) Politiker (Journalisten u. Banker) tägl. weiter. Politiker, Journalisten u. Banker sind heute mit einem gewohnheitsmäßigen Lügner gleichgesetzt. Und so erklären sich auch die Verluste der ehemaligen Volksparteien. Dafür werden die Ränder der Grünen und der AfD stärker und mtlw. hat sich das Muster Alle gegen die AfD herausgebildet. Politiker (Journalisten u. Banker) werden für eine politisch gewollte, geplante, durch Narrative und Framings medial verbreitete und neoliberal finanzierte Erschaffung all dieser Risikobereiche verantwortlich gemacht. In vielen Fällen geht man von einer staatlich organisierten Bandenkriminalität aus, was von der politischen Mainstreamseite wenig glaubwürdig und vergeblich als Verschwörungstheorie umzudeuten versucht wird.
 

8.2. Hoch-Risikofeld: Recht § Gesetz

„Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin der Antifaschismus.“
Ignazio Silone

Wer mit Carl Schmitt Plettenberg als Heimatstadt teilt, für den ist die prekäre Lage von Recht & Gesetz einerseits ein vertrautes, andererseits ein äußerst beunruhigendes Beobachtungsfeld. Die gesetzgebenden Entscheidungsprozesse werden immer häufiger, immer schneller und immer undurchschaubarer aus ihrer angestammten Sphäre des gewählten Parlaments auf andere außerparlamentarische Entscheidungsfelder verlagert. Diese Verlagerung scheint nicht zufällig, sondern politisch geplant, systematisch gesteuert und strukturell gewollt abzulaufen.
Giorgia Agamben sieht die nicht länger rechtskonforme Ausnahme zu einem konformen Dauerzustand werden.
Jens Gnisa, der Vorsitzende des deutschen Richterbunds, spricht von Vollzugsdefiziten und einer Erosion des Rechtsstaats, vom Amtsrichter Stephan Zantke bis zum ehemaligen Verfassungsrichter Hans-Jürgen Papier werden diese Sorgen geteilt. Das Justizsystem klagt über eine strukturelle Überlastung, Gerichte über eine miserable Ausstattung und viel zu lange Fristen bei Urteilsfindungen. H. Seehofer beklagte 2016 bzgl. der Flüchtlingskrise eine Herrschaft des Unrechts. Der Verfassungsspezialist Ulrich Vosgerau spricht von einer Desertion des Verfassungsgerichts und selbst Jens Spahn kritisiert die strukturellen Probleme des Rechtsstaats, während Spahn selbst höchstrichterliche Urteile zur Sterbehilfe ignoriert. Der europäische Gerichtshof (ausgerechnet die) Deutschlands Justiz nicht mehr als unabhängig einstuft, diagnostizieren Andere eine Bürokratie des Komplizierten.
Als drei illustrative Beispiele für die Verkommenheit des deutschen Rechtsstaates auf vollkommen unterschiedlichen Rechtsgebieten kann man den sgn. ‘Sachsensumpf‘, den Fall von Gustl Mollath und die ‘Ermittlungen‘ der Bundesanwaltschaft zum Mordfall an ihrem Ex-Kollegen Siegfried Buback nehmen, wie sie von dessen Sohn Michael Buback recherchiert wurden, spätestens hier wird der Einfluß des ‘Tiefen Staates‘ deutlich, ebenso wie bei den Morden an Alfred Herrhausen, Uwe Barschel und im NSU Komplex.
Als ein Beispiel dafür, wie sich die Justiz die Rechtsordnung zu ihrem Vorteil und zum Nachteil der Bürger biegt und beugt, kann im Verwaltungsrecht (die mtlw. verfassungsgerichtlich bestätigte) Erschwerung zur Zulassung zur zweiten Instanz gelten. Die jeweiligen Richter der ersten Instanz entscheiden selbst darüber, ob ihr Urteil zur zweiten Instanz zugelassen wird. Max. 5 % der erstinstanzlichen Urteile werden zur zweiten Instanz zugelassen. Wie die Urteile von Verwaltungsgerichten durch die Bürger bewertet werden, sei auf die 8. Kammer des VWG in Arnsberg und dessen vorsitzenden Richter Schulte-Steinberg verwiesen.
Auch an diesem Beispiel aus Hamburg zu einem Fall von schwerster Migranten Kriminalität wird bspw. die Enthauptung der Hamburger Justiz überdeutlich.
So ist es kein Wunder, dass das Vertrauen der Deutschen in ‘ihren‘ Rechtsstaat rasant schwindet. Eine Wende zum Besseren scheint auf absehbare Zeit nicht in Sicht zu sein, sondern es hat sich unter großen Mühen eine stetig steigende Unzufriedenheit bei allen Beteiligten und eine zunehmende Mangelverwaltung auf den unterschiedlichen Justizfelder ergeben. Laut Fokus Umfrage vertrauen nur 39 % der Rechtsprechung.
Diese Umfrageergebnisse scheinen nachvollziehbar zu sein bei einer Justiz, die mtlw. die Täter und nicht mehr die Opfer schützt. Die DDR Dissidentin Angelika Barbe analysiert den Verfall des Rechtsstaats. Fr. Barbe verweist u.a. auf die Analyse von Gertrud Höhler zum Thema. die Bürger gehören heute dem Staat und der Rechtsstaat gehört nicht mehr den Bürgern.
Nun hat der politische Mainstream aus CDU/SPD/GRÜNEN/FDP den nächsten Coup gegen den Rechtsstaat gedreht und Stephan Harbarth als Unternehmenslobbyist zum Präsidenten des BVG ernannt.
Neben den von der deutschen Politik geplanten, hausgemachten Problemen werden Recht & Gesetz in den zerfallenden Rechtsstaaten von diversen, feudalisierten Paralleljustizsystemen in die Zange genommen:

8.3. Hoch-Risikofeld: Ökonomie
There are always two ways to conquer and enslave a nation. One is by sword.The other by debth.
John Adams (1735-1826)

Abriß der jüngeren Geschichte der Ökonomie
Im August 1971 schaffte R. Nixon den Goldstandard des US Dollars ab, da die Kosten des Vietnam Krieges den US Dollar als stabile, goldgedeckte Papier- und Ankerwährung überforderten. Das führte 1973 zum Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems. Gleichzeitig kann im September 1973 der Beginn der weltweiten, neoliberalen Wende mit Pinochets Putsch in Chile gegen S. Alliende verortet werden. Diese Initialzündung der neoliberalen Ökonomisierungen durch die Chicago Boys führten auf der globalen Ebene über die Wirtschaftspolitik von R. Reagan und  M. Thatcher in England (There is no such thing as society) u.a. zur 2000-er Dotcom-Blase und zum Börsen-Crash von 2008.
Die Folgen der Krisen von 2000 und 2008
Die daraus abgeleitete Rettung ‘systemrelevanter Banken‘ auf Kosten der Bürger, außerhalb der parlamentarischen Gesetzgebung und die chronisch weiter anschwellenden Staats- und Währungskrisen führten ohne grundsätzliche Veränderungen in der neoliberalen Wirtschaftsdoktrin von der sozialen zu einer asozialen Marktwirtschaft disrutptiver Veränderungen mit einem überdehnten Gini-Koeffizienten, der die Ungleichverteilungen abbildet. Was tut die Politik gegen die zunehmende Armut als eine Folge der Ungleichverteilungen? In Verbindung mit dem weiter gültigen Glaubensbekenntnis einer ungehemmten Wirtschftswachstumsreligion (Oikodizee) und einem ungebremsten Ressourcenverbrauches schwillt die Kapitalismuskritik zunehmend an.
Die Prognosen zum Mega-Crash
Ehemals führende und stabile, deutsche Konzerne wie Deutsche Bank, Springer, Siemens, Bosch, Continental, Thyssen, HP, Ford, Goodyear, Mercedes u.v.a.m. entlassen 2019/20 in großem Stil jeweils tausende von Mitarbeitern.
Neben führenden Ökonomen, wie  Max OtteMarkus KrallDaniel Stelter, Friedrich & Weik warnt nun auch zum wiederholte Mal Felix Hufeld von der Bafin vor einer Instabilität der Finanzsysteme. Es wird bis 2023 ein Mega-Crash der Finanzsysteme prognostiziert zu dem im Vergleich der Börsen Crash von 2008 ein laues Lüftchen auf einem Kinder-Geburtstag gewesen sein soll.
Der R. Shiller Cape-Index oder der Shiller GKV hat z.Z. mit -35 ein Allzeithoch bzw. Tief, was man als äusserst bedenkliches Zeichen bzgl. eines Mega-Crash werten muss.
Beginn des MEGA-Crash im März 2020
Auf Grund des Corona Virus hat nun der Mega-Crash eingesetzt. Alle bisherigen Wirtschaftskrisen werden verglichen damit wie ein Kindergrburtstag verlaufen. Es stellt sich die Frage welcher Buchstaben Logik der Crash-Ablauf folgen wird: U, V oder L und wann der Euro endlich zusammenbrechen wird.
Die Folgen für Beratungsprozesse
Ob nun die Lösung dieser Probleme in weniger oder sogar mehr Kapitalismus oder einer völlig anderen Wirtschaftsordnung liegt, sind auch Psychotherapeuten und insbesondere Organisationsberater gut beraten sich bzgl. ökonomischer Fragestellungen und Zusammenhänge, sowie deren Auswirkung auf die Lebenswelten ihrer Mandanten (und ihrer eigenen Biographie) sachkundig zu machen, ökonomisches Wissen zu bevorraten und ihre Lebenswelten mgl. krisenfest auszurichten.
Langfristige Folgen und Zyklen

Wie bspw. die aktuellen politischen Entwicklungen in Chile zeigen, wirken die Schock-Interventionen der Chicago Boys aus dem Jahr 1973 bis heute nach.
 

8.4. Hoch-Risikofeld: Lobbyismus
Beim Lobbyismus handelt es sich um eine interessen- und geldgetriebene, intransparente Manipulation von Informationen für das politische Schranzentum. Der Lobbyismus dient zur Berherrschung der anderen Hoch-Risikofelder, damit die ‘richtigen‘, strukturellen Entscheidungen im Sinne der herrscheden Funktionseliten getroffen werden. Es handelt sich um eine scheinlegitimierte und pseudolegalisierte, möglichst intransparente Einflußnahme von kommerziellen, häufig konzernstrukturierten Konglomeraten, Verbänden und Personen, die qua Geld, Geschenken und manipulierten Informationen erheblichen, strukturellen Durchsetzungsdruck auf die politische Mandatsinhaber ausüben.
Lobbyismus in der EU
Schätzungsweise 25.000 Lobbyisten mit einem Jahresbudget von 1,5 Milliarden Euro nehmen in Brüssel Einfluss auf die EU-Institutionen. Etwa 70 Prozent von ihnen arbeiten für Unternehmen und Wirtschaftsverbände. Sie genießen privilegierte Zugänge zu den Kommissaren. Und sie überhäufen die Abgeordneten mit ihren Änderungsanträgen für Gesetzesvorlagen. Die europäische Demokratie läuft Gefahr, zu einer wirtschaftsdominierten Lobbykratie ausgehöhlt zu werden.
Lobbyistenlandschaften, Schattenmächte und Drehtürkarrieren
In Berlin gibt es ‘gepflegre‘ Lobbyistenlandschaften, die sich mtlw. zu regelrechten Habitaten von Schattenmächten ausgeweitet haben; hier wird völlig unverdrossen ohne Regierungsamt geschmiert und regiert.
In dieses Feld gehören auch die bei ehemaligen Mandtsträgern beliebten Drehtürkarrieren, zuerst war man in die Politik zugange und dann in den Lobbygruppen oder umgekehrt.
Überbezahlte Vortragstätigkeiten
Eine ausufernde Form der intransparenten Geldflüsse aus den Lobbyistenkassen an dem politischen Schranzen- und dem lobbyistischen Bonzentum besteht in den überbezahlten Vortragstätigkeiten von Parlamentariern bei denen die Politschranzen ihr Entscheidungswissen legal und gesetzeskonform, aber eben nicht legitim gegen Hyper-Gagen den Lobbyisten-Bonzen zu ihrer wechselwirkenden Selbstbeeinflußung zur Gesetzformulierung frei Haus liefern.
Freihandelsabkommen
So sind die zuvor bereits erwähnten Freihandelsabkommen bürokratisch-institutionalisierte Folgen des intransparenten, aber hochfluiden Lobbyismus. In den Freihandelsabkommen wurden lobbyistische Bemühungen in stabile, strukturelle Bürokratien zur Vorteilsgewährung von Interessengruppen umgewandelt.
Unzureichende Gegenbewegungen
Alle ernsthaften Gegenbewegungen wie bspw. von Transparency- International, Lobby-Control, Abgeordneten-Watch, dem Bund der Steuerzahler und vielen, vielen anderen sind bisher an Hydra des Lobbyismus gescheitert. Das Kartellamt wurde zu einer zahnlosen und abnickenden Behörde der Fassadendemokratie umgestaltet. Ein Lobbyregister existiert in Deutschland bis heute nicht.
Ein konkretes Beispiel
Der Drehtür-Effekt stammt ursprünglich aus der Suchttherapie in den Landeskrankenhäusern. Wie bereits oben erwähnt, wurde dieser Terminus mtlw. in die Politik importiert. Neben der politisch motivierten Psychiatrisierung G. Mollath hier ein weiteres Beispiel für neue Art der ‘PPP‘ (Politisch-Psychiatrische-Projetnähe). Schon in der ersten systemischen Weiterbildungsgruppe Anfang der 1980er Jahre - im Rahmen der Marburger fam e.V. um K. Deissler war Norbert Rüther, der ehemalige Chefarzt im LKH Langenfeld ein Teilnehmer. N. Rüther war auch SPD Mandatsträger in Köln, der das bei der fam e.V. ggelernte, systemisches Know-How ziemlich unverblühmt für seine lobbyistischen Müll-Manipulationen im korrupten Politsumpf des Kölschen Klüngel einsetzte. Die fam.e.V und ihre wortschöpfenden Protagonisten führen bis heute wertschätzende Beziehungen in das psycho-soziale Umfeld um das LVR Langenfeld. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
 

8.5. Hoch-Risikofeld: Bürokratie
Fanz Kafka gilt als der Schriftsteller, der den bedrohlichen und surrealistischen Moloch der k.u.k. Bürokratie beschrieben hat. Seine ‘analytische‘ Literatur der Bürokratie als eine anonyme und absurde Herrschaft des Leviathan hat sich in dem Begriff ‘kafkaesk‘ verdichtet. Unter ‘kafkasek‘ versteht man intransparente Moloch-Strukturen, die dadurch charakterisiert sind, dass sie Angst, Unsicherheit und Entfremdung ihres Personals, sowie dem Ausgeliefertseins an anonyme und bürokratische Mächte, deren Absurdität, der Ausweg- und Sinnlosigkeit sowie Schuld- und innere Verzweiflungerzeugung auszeichnen.
Der brave Soldat Schwejk von Jaroslav Hašek gilt als der Prototyp des anti-bürokratischen Partisanen und Saboteurs der militärischen Bürokratie.
Strukturelle Gewalt der Schreibstubenherrschaft
Bürokratiekann als die strukturelle Gewalt der papier- und mtlw. elektronikgetriebenen Schreibstubenherrschaft bezeichnet werden. Die Bürokratie ist ein transkontextuelles und mtlw. trans- und interkontinentales Hoch-Risikofeld aus Schnittmengen anderer Risikofelder, das gleichwohl äußerst unangenehme Eigengesetzlichkeiten entwickelt hat. Ein kafkaeskes  Kennzeichen der Bürokratie ist ihre Intransparenz, unnachvollziehbare Willkür, das Warten lassen und bestenfalls gewährendes Erteilen von Erlaubnissen unter dem euphemistischen Titel von Ordnung und Sicherheit.
Depersonalisierte Herrschaftsabsicherung
Die Bürokratie dient der alltäglichen, institutionellen und alles Lebensbereiche durchziehenden Herrschaftsabsicherung der herrschenden Entscheidungseliten durch strukturelle Gewalt in Form von Formblättern, (Din)Normen und statistischen Erhebungen auf dem vor-, sub- und afterparlamentarischen Schleichwegen.
Kontrolle aller Lebensbereiche
Das erste Ziel der Bürokratie ist nicht nur ihr personenunabhängiger, systemischer Systemerhalt, sondern ihre imperialistische und kolonialistische Durchdringen aller Lebensbereiche bis zur lähmenden Sklerotisierung. Da im Zeitalter der globalisierten Geopolitik, die nationalen Bürokratien nicht mehr ausreichen, haben sich transnationale Superbürokratien wie die EU, die UNO, die Weltbank, der IWF und bis in die Sportbereiche das NOK, die FIFA viele, viele weitere skandalgeschüttelte Bürokratien gebildet.
Staatlicher Klassenkampf gegen seine Bürger
Die bürokratische Regulierungswut des Staates wütet insbesondere in den Bereichen besonders zügellos, in denen die Bürger zu ihrem eigenen ‘Schutz‘ kontrolliert (bspw. Verkehrs- un d Waffenbürokratie), ausgebeutet (Steuerbürokratie) und in ihrer Freiheit weiter eingeschränkt werden (Ökonomiebürokratie auf dem Weg in die ökofaschistische Planwirtschaft).
Steuerparadise als bürokratische Tax-Free Shops
Man könnte aus analytischem Zynismus spotten, dass die intransparenten Schachtelimperien der neoliberalen Kapitalgesellschaften in den Steuerparadiesen ihren systemischen Meister in den staatlichen Bürokratien und ihrem Personal den verbeamteten und bestens alimentierten Bürokraten gefunden haben.
Nähe und Verknüpfungen zum Lobbyismus
Die überindividuelle Entpersöhnlichung der Bürokratie findet in der reziprokes Pendant in den personengebundenen, aber dafür intransparenten Netzwerken der Lobbyisten und ihrer Schmiergeld Ströme.
 

8.6. Hoch-Risikofeld: Ökologie & Klima
Ökologie könnte man als den Gegenpol zur Ökonomie auffassen. Seit dem Jahr 2000 spricht man vom Anthropozän. In diesem neuen Zeitalter steht es um die globale Ökologie aufgrund menschengemachter Eingriffe nicht zum Besten und die ‘Schöpfung‘ ist auf das Schwerste ramponiert. Sind Ökologie und Ökonomie oder Kapital und Klima versöhnbar und wen ja wie? Gibt es im System des globalen, neoliberalen Wachstumskapitalismus dafür Lösungen oder muss es dafür andere Betriebssysteme geben?
Und werden sich diese Übergänge friedlich oder kriegerisch vollziehen?
Jenseits aller Konzepte gibt es auch für eine romantisierende, deutsche Waldeslust wenig Grund, sondern es bleibt die bittere Feststellung zu treffen, dass der ‘deutsche‘ Wirtschafts-Wald, durch die verhängnisvolle Quadriga aus ‘Hitze und Dürre zu trockener Sommer, Monokulturen und Schädlingen wie Borkenkäfern‘ plus warmen Wintern schweren Belastungen und großem Stress ausgesetzt ist, von der dadurch erhöhten Waldbrandgefahr ganz zu schweigen; natürlich sind Waldbrände zu 99% menschenverursacht.
Da das Seminarhaus des missing-link-institutes mitten im Wald bzw. mitten in einem forstwirtschaftlichen Industriegebiet liegt, haben wir das anschaulich vor Augen. ‘Le Waldsterben‘ wie die Franzosen in den 1980er Jahren noch über die damaligen Wald-Sorgen der Deutschen spotteten, hält nun auch in den Vogesen reiche Ernte. Auch der deutsche Waldschadensbericht ist nicht besonders optimistisch.
Von da auf einen ausschließlich, menschenverursachten Klimawandel zu schließen, wäre allerdings etwas zu schnell gesch(l)ossen. Für die vergangenen warmen Winter scheint doch eher durch eine nordatlantische Oszillation (NAO) bewirkt worden zu sein.
Vgl. dazu auch unter Manifesto die detaillierten Ökologie-Informationen des mli.
 

8.7. Hoch-Risikofeld: Wissenschaft & Technik
Die Geisteswissenschaft gehören zum ursprünglichen Kompetenzbereich des mli im Unterschied zum Themenfeld Technik. Aber im Zeitalter einer digitalen und ökologischen Transformation aller Welt- und Gesellschaftsbereiche sind technische Entwicklungen ebenfalls so folgenschwer und auswirkungsreich, dass abgeschätzt werden muss, in welche Richtung die technischen Entwicklungen mit welchen Folgen driften. Es gab seit der industriellen Revolution Skeptiker oder eindringlche Warner vor den Gefahren durch selbstverursachte, technischen Havarien wie bspw. Ernst und Friederich Georg Jünger, Günther Anders, Hans Jonas und andere mehr.
Wenn uns nun die Technik in diverse Havarien hineintechnologisiert hat, dann stellt sich die Frage, ob sich die Menscheit ohne Technik aus diesen Havariedillemata heraustechnologisieren könnte oder ob es dazu gerade die eine oder eine andere Technik braucht.
Es scheint klar zu sein, dass sich die Menschheit und das globale Betriebssystem in einer großen technischen, digitalen und ökologischen Transformation befindet. Völlig unklar scheint aber zu sein, mit welchen Mitteln, in welchem Tempo, über welche Zeiträume, in welche Richtungen, in welcher Reihenfolge und zu welchen Zwecken und Zielen durch welche Steuerungen oder Driftings sich diese große Transformationen bewegen werden und welche gesellschaftspolitischen Wechsel- und Rückwirkungen es auf die anderen Risikofelder geben wird.
Diese Transformationen werden in erster Linike von Ingenieuren gemacht. Klimatologen, Sozialwissenschaftler, Politiologen oder gar Ideologen werden die ‘Welt vmtl. nicht retten‘. Aber es wird auch darüber zu diskutieren sein, ob alles was technisch gemacht werden kann auch gemacht werden soll. Und wer darüber in welcher Art und Weise entscheiden wird.
 

Hoch-Risikofeld: 8.8. Infrastruktur
Straßenverkehr
Im August 2018 stürzte in Genua der Polcevera Viadukt ein und 43 Menschen fanden den Tod. Dieses Desaster wirft ein Schlaglicht auf eine Marodisierung der Infrastruktur und die Abhängigkeit von zuverlässigen Infrastrukturen. In Ludwigshafen sind die Rheinbrücken wegen Einsturzgefahr gesperrt, die Sanierung der Salierrheinbrücke in Speyer wird sich länger hinziehen, in Karlsruhe muss ebenfalls die Rheinbrücke saniert werden, Deutschlands Brücken bröckeln allenthalben.
Bahn
Man kann könnte bestenfalls streiten, ob die Infrastruktur der Bahn in einem noch prekäreren Zustnd ist als die deutsche Brücken- und Verkehrsinfrastruktur. Über eintausend Bahn-Brücken sind in einem nicht mehr sanierungsfähigen Zustand uns müssen abgerisen. Gleichwohl sollen sie aber völlig verkehrssicher sein.
Bahn, Post und Telekom sind internationale Player geworden und erfüllen iin ihrem Herkunftsland Deutschland nicht mehr die Grundversorgung.
Mobilfunk
So ist das deutsche Mobilfunknetz ist mtlw. hinter einige afrikanische Netze zurückgefallen. Einerseits kommt der Ausbau des 5 Netzes nicht richtig voran, andererseits werden die gesundheitlichen Risiken der gerichteten und gepulsten 5G Frequenzen weder hinreichend untersucht oder beforscht, noch wird auf die Gefahren hingewiesen. Stattdessen werden die Grenzwerte hochgesetzt, was sich durch die lobbygesteuerten sich selbstkontrollierenden Norminstitutionen erklärt.
Öffentliche Gebäude
Für die Sanierung von Schulen, Schwimmbäder und öffentlichen Gebäude fehlen ebenfalls Milliarden.
Energiewende
Es gibt kein Land auf der Welt, dass gleichzeitig aus der Atomkraft, der Braun- und der Steinkohleverstromung aussteigt, deshalb ist die Energiewende ein infrastrukturelles, ökonomisches und ökologisches Desaster. U.a. deshalb hat Deutschland die die höchsten Strompreise, die weiter steigen werden. Bei einem großflächigeren Strom-Blackout wird sich Deutschland innerhalb von 24 Stunden in ein Katastrophengebiet mit unübersehbaren Folgen verwandeln. Zudem prognostizieren Experten mit fast einhundertprozentiger Sicherheit, dass es in den nächsten fünf Jahren zu einem großflächigen Blackout in Europa kommen wird. Liste der bisherigen Stromausfälle und ihrer Ursachen und Folgen. Eine besorgniserregende Energielücke bescheinigt auch der Uniper Chef. Es kommt hinzu, dass weite Teile der deutschen Infrastruktur computergesteuert sind und damit einerseits von der Stromversorgung abhängig sind und andererseits vor Datenangriffen geschützt werden müssen.
Infrastrukturelle Verpflichtungen und PPP
Der Schuldenstaat kommt seinen infrastrukturellen Verpflichtungen seit Jahrzehnten nicht mehr nach, und die einst gepriesenen öffentlich, privaten Partnerschaften zur Rettung der Infrastruktur machen es nur noch teuerer und schlimmer.
Weitere Bereiche der infrastrukturellen ‘Brasilianisierung‘ Deutschlands
Die vorherigen Bereiche stellen nur Beispiele der maroden, deutschen Infrastruktur dar von vielen weiteren Bereichen, wie Müll- und Abwasser Entsorgung oder der gesamten Gesundheits-, Bildungs- und Verteidigungsinfrastruktur war dann noch nicht die Rede.
Die ‘Brasilianisierung‘ Deutschlands schreitet auf allen Ebenen zügig voran, während gleichzeitig die deutsche Steuerlast zu den höchsten der Welt gehört.
Fazit: Infrastrukturelles Systemversagen
Die Ereignisses des ICE-Unglück Eschede 1998, Orkan Lothar 1999, Elbeflut 2002, Münsterlander Schneechaos 2005, Orkan Kyrill 2007 haben Ausblicke auf ein infrastrukturelles Systemversagen konkretisiert.
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe verzeichnet acht Sektoren mit 30 Branchen als kritische Infrastrukturen. Insbesondere in den Industriegesellschaft besteht auf allen Sektoren eine symbiotische Abhängigkeit zu einer ungestört funktionierenden bzw. krisenstabilen und katastrophenflexiblen Infrastruktur. Davon kann nach dem Befund der Allianz Katastrophenschutz-Analyse auf keinem Infrastruktur Gebiet die Rede sein, sondern die Allianz hält ein infrastrukturelles Systemversagen für hoch wahrscheinlich. Auch das Grünbuch des Bundestages „Risiken u. Herausforderungen für die öffentliche Sicherheit in Deutschland“ hält ein systemisches Versagen kritischer Infrastrukturbereiche für hoch wahrscheinlich.
An dem seit Anfang 2020 auch in Europa grassierenden Corona-Virus auf dem Weg zu einer globalen Pandemie werden die infrastrukturellen Grenzen des Gesundheitssystem deutlich von den sich daraus ergebenden (welt-)wirtschaftlichen Folgen einer Pandemie ganz zu schweigen.
Jenseits der anderen Hoch-Risikobereiche zeigt auch gerade dieses Themenfeld die äußerst bedrohlichen Anschlussprobleme durch einen  zunehmenden Verlust der deutschen technologischen und wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit.
2018 gibt Dirk van Laak in seinem erwähnenswerten Übersichtswerk zur Infrastruktur eine (historische) Übersicht zur Entwicklung, wiederkehrenden Fragen und ungelösten Problemen heutiger Infrastrukturen seit der beginnenden Industriealisierung.
 

8.9. Hoch-Risikofeld: Gesundheit & Sexualität
Bei diesem Hoch-Risikofeld geht es zunächst einmal nicht die individuelle Gesundheit, sondern um das Gesundheitssystem. Das Hoch-Rsikofeld Gesundheitsystem gehört zu den kritischen Infrastrukturen, die beim Zusammenbruch rasante Kaskadeneffekte erzeugen. Deutschland leistet sich eines der teuersten Gesundheitssysteme der Welt und so stellt sich die Frage, wie und warum sich dieses Feld trotz der jährlichen Milliardenausgaben zu einem Hoch-Risikofeld gewandelt hat? Salopp gesprochen: Welcher Spahnsinn ist da am Werke?
Neoliberalisierung
Mtlw. ist das Gesundheitssystem stramm an neoliberalen und privatisierten Profit-Maximen ausgerichtet. Das hat nicht nur im stationären Kliniksbereich zu einer Ausdünnung der Kliniksdichte und einem heftigen Kahlschlag und Bettenabbau geführt. Hinzu kommt eine ständige Überlastung des Pflegepersonals, dessen Kräfte gleichzeitig von einer überbordenden Bürokratie und Dokumentationspflicht gebunden werden.
Mangelnde Kapazitäten bei Krisenfällen
Aus dem aktuellem Anlass zeigt sich im März 2020 anläßlich der Corona-Pandemie, dass dieses Gesundheitssystem den Anstrum der Patieten noch nicht einmal bei der Virus Feststellung bewältigen kann von einer intensivmedizinischen Behandlung und Beatmung erkrankter Menschen ganz zu schweigen. Es schein wahrscheinlich, dass auch in Deutschland, wie bereits in Frankreich im Deparment Grand Est, die Triage wieder eingeführt wird.
Resistente Krankenhauskeime
Schon zu normalen Zeiten ist ein Krankenhausaufenthalt - auch hier wieder insbesondere für ältere und vorgeschädigte Zeitgenossen mit einem prekären Immunsystem - wegen der Klinikkeime ein Himmelfahrtskommando. Selbst wenn eine Operation gut verläuft, können dann die resistenten Krankenhauskeime für den Tod der Patienten sorgen.
Es wäre durch emntsprechende Hygienemaßnahmen vglw. einfach - wie in den Niederlanden - die Krankenhauskeime in den Griff zu bekommen, aber es wird auf Grund von Kostenreduzierungen einfach unterlassen.
Ambulante Versorgung auf dem Land
Während in den Städten auf Grund der besseren Verdienstmöglichkeiten die Haus- und Facharztdichte noch einigermaß ausgeglichen oder sogar überversorgt ist, ist in ländlichen Bereichen die Versorgung weder stationär noch ambulant weiterhin sichergestellt. Trotz Prämienangeboten bleiben die Haus- und Facharzt Sitze unbesetzt. Vón einer geregelten Sicherung der Wochenend-, Nacht- und Notdienste war dann noch gar nicht die Rede.
Apotheken & Pharmazeutika
Gleiche Entwicklungen gelt für die Apothekendichte und auch hier insbesondere wieder für Wochenend-, Nacht- und Notdienste. Das es strukturell bedingte Lieferengpässe wichtiger Arzneimittelgruppen gibt, kommt hinzu.
Aufschaukelungseffekte von Hoch-Risikofeldern
Anläßlich der Quarantäne Maßnahmen wegen des Corona Virus werden die wechselseitigen Verknüpfungen der Hochrisikogebiete und ihre wechselseitige Aufschaukelung sichtbar. Die gesamten ökonomischen Systeme werden in schwerwiegende Mitleidenschaft gezogen und in deren Folge wiederum neue Hoch-Risikofelder erzeugen.
 

8.10. Hoch-Risikofeld: Migration
Kolonisalismus und Imperialismus versus Kulturexport?
Seit den antiken Völkerwanderungen blieben die nordwestlichen Industriegesellschaften und ihre feudalen Vorläufer jahrhundertelang vor größeren Migrations- und Wanderungsbewegungen aus der sgn. dritten Welt geschützt. Dies wurde durch einen Export von Imperialismus, Kolonialismus und Kapitalismus und dem Import von Sklaven und Ressourcen bewerkstelligt. Andere Stimmen meinen hingegen, dass hauptsächlich Kultur und ein verbesserter Lebenstandard exportiert wurde von dem zumindest die herrschenden Eliten und ihre Clans der Importländer in der Dritten Welt profitierten.
Wie auch immer durch die Globalisierung und ihre Medien- und Fernverkehrstechnologien ist nun eine Epoche der Gegenerreichtbarkeit eingetreten.
Aus wirtschaftsschwächeren, aber bevölkerungsdichten Räumen dringen Einwanderer unkontrolliert, insbesondere in die überalterten, europäischen Räume ein, die sich bisher einer rationalen Einwanderungspolitik - bspw. nach kanadischem Vorbild - politisch verweigert hatten.
Darüber, wie mit Migration politisch verfahren werden soll, ist die Bevölkerung vieler EU-Länder - mit Ausnahme der Visegrád Staaten - tief gespalten. Die Regierungen vieler Länder der EU, insbesondere die deutsche Regierung fördern diese Einwanderungsprozesse.
Durch eine ideologische Vorbereitung qua Multikulturalismus und Wilkommenskultur brachen ‘dank‘ Fr. Merkel 2015 alle Grenzen.
Die ehemaligen Verfassungsrichter U. Di Fabio2016 und H.-J. Papier2019 und andere Juristen mehr prangerten diese gesetzwidrigen Verfassungsbrüche sehr deutlich an.
Gleichwohl kommen nach dem Höhepunkt der sgn. Flüchtlingskrise im Jahre 2015 mit weit über einen Millionen Migranten jährlich weiter mind. 150.000 Migranten nach Deutschland, das bedeutet pro Jahr bspw. ein zusätzliches ‘Heidelberg', ‘Wuppertal‘ oder ‘Regensburg‘.
Gleichwohl wurde wiederum unter Umgehung der Bevölkerung von der GROKO der UN-Migrationspakt unterzeichnet. Der Historiker D. Murray spricht 2018 von einem Selbstmord Europas.

Einwanderung der Unqualifizierten verus Auswanderung der Qualifizierten
Es sei an dieser Stelle auch darauf hingewiesen, dass dem Bevölkerungsaustausch durch Minderqualifizierte ein hunderttausendfacher Exodus von Hochqualifizierten aus Deutschland (und Europa) gegenübersteht.
Wenn Peter-W. Gester heute noch zwischen dreißig und vierzig Jahren alt sein würde, wäre er ebenfalls schon aus Europa emigriert.
 

8.11. Hoch-Risikofeld: Religion
1783 kurz vor der französischen Revolution wird in Berlin das Theaterstück ‘Nathan der Weise‘ von G.E. Lessing uraufgeführt, das mit seiner drei Ringe-Parabel für religiöse Toleranz und einen religiösbasierten Humanismus wirbt. Aber bereits 1916 wurde von dem marxistischen Philosophen Georg Lukács durch den ersten Weltkrieg ausgelösten tiefem Pessimismus und eine säkularisierten Sinnentleerung die transzendentale Heimat-, Obdach- und Orientierungslosigkeit in einer gottverlassenen Welt diagnostiziert.
Während die christlichen Kirchen weiterhin an Mitgliedern verlieren, haben sich in den nordwestlichen Industrie- und Wissensgesellschaften die sinnstiftenden Fragen und die Antworten auf die letzten Dinge auf psychologische oder esoterische und andere obskure Felder verlagert.
Im globalen muslimischen Korangürtel sind gegenteilige Entwicklungen im Gange.
Dies wurde durch Salman Rushdi's Verurteilung zum Tode auf Grund seiner 1988 publizierten Satanischen Verse durch den damaligen iransichen Präsidenten Chomeni sichtbar. Ebenso wie die 2005 global inszenierten und gewalttätigen Ausschreitungen auf Grund einer Publikation der zwölf Mohamed Karrikaturen im dänischen Jyllands-Posten. In  Folge dieses „Karikaturenstreites“ fand 2011 ein Brandanschlag und 2015 der Mordanschlag auf die Pariser Satire-Zeitschritf Charlie Hebdo statt.
2015 fast einhundert Jahre nach Lukács Diagnose, der transzendentalen Obdachlosigkeit, ist die Freiheit in den säkularen westlichen Gesellschaften ‘dank‘ dieser unheilvollen Entwicklungen, der weiter ungebremst, eingewanderten Muslime und insbesondere dem politischen Islam durch religiösen Fanatismus und religiös bedingten Terror bedroht. Die fatalen Auswirkungen dieser unheilvollen Entwicklung auf die gesellschaftspolitischen Änderungen sind wieder in das Zentrum der hochpolitisierten gesellschaftlichen Aufmerksamkeit, Auseinandersetzungen und Spaltungen gerückt. Im Landesinnereren werden durch bspw. auf Weihnachtsmärkten durch Merkel-Poller ständig neue Grenzen gezogen, während die Außengrenzen offen wie ein Scheunentor stehen.
M.a.W. Psychotherapeuten, (Organisations-)Berater und Coaches sind gut beraten, wenn sie sich auf dem Boden der säkularisierten Aufklärung, sowohl von den religiösen, wie den spirituellen und den gesellschaftspolitischen Seiten von Religion bzgl. ihre Beratungsprozesse befassen.
 

8.12. Hoch-Risikofeld: Mediokratie

„Die Funktion der bürgerlichen Presse ist die Immunisierung gegen Systemkritik‘.“
Gottfried Stiehler (1924-2007)

„Die Zeitungen beschönigen die Wirklichkeit bis zur Unkenntlichkeit.“
Medienkompetenz des unbekannten DDR Bürger

„Alles Nazis ausser Mutti“
P. Feist zur Nazikeule

Das Pinocchio Phänomen oder
was ist los im deutschen Blätterwald?

Der Wald soll neben dem Auto der Germanen liebstes Kind sein. Wald, Autos und Straßen stehen in einem unvereinbaren Spannungsdreieck. Dieses Spannungsdreieck scheint zur Zeit harmlos zu sein im Vergleich zum Bermudadreieck des deutschen Blätterwalds. Stimmt der neue mediale Komparativ: Lückenpresse, Lügenpresse, Mainstream-Mediokratie?
Anfang Mai 2019 bringen der Medienwissenschaftler H.M. Kepplinger und M. Mattusek bei Tichy die mediale Gemengelage in einer tiefenstrukturellen Analyse sehr genau auf den Punkt.
Es kommt hinzu, dass sich die deutschen Medienlandschaft zunehmend auf wenige Medienmonopole konzentriert, was sich in einem entsprechenden, einseitigen und schmalen Meinungsband widerspiegelt. Zudem sinken die Auflagen ins Bodenlose und die freien Medien erleben einen entsprechenden Aufschwung.
Mehr dazu unter dem Stichwort Mediokratie auf den meta-politischen Manifestoseiten des mli.
 

8.13: Hoch-Risikofeld: Kultur & Kommunikation der (In-)Toleranz

Fleischhauer: „Also im Prinzip sind wir natürlich alle für Meinungsfreiheit, weil es ist wahnsinnig wichtig für die Demokratie, aber in diesem speziellen Fall muss die mal ein bisschen suspendiert werden, weil die Rechte halt kurz davorsteht mit Fackelmärschen durchs Brandenburger Tor zu marschieren.“
Augstein: „Wir können uns also die Meinugsfreiheit gar nicht leisten, weil zu viel auf dem Spiel steht.“
Fleischhauer: „Das ist natürlich etwas, was die Debatten so wahnsinnig zäh und so doof macht, hast du die falschen Worte benutzt, kennst du die falschen Leute, bist du irgendwo aufgetreten mit Leuten auf Podien mit denen du besser hättest nicht auftreten sollen und anderes mehr. Und das muss man schon sagen, geht im Augenblick hauptsächlich von der Linken aus, auch dieses ganze Sektiererische.“
Jan Fleischauer und Rudolf Augstein in der Doku: „Die empörte Republik


Dieses Hoch-Risikofeld kann man als rot-grünen ideologischen Überbau oder als nicht-sichtbare linkspopulistische Tiefenstruktur verstehen, die sich seit 1968 auf dem langen Marsch durch die Institutionen in den deutschen (Hoch-)Schulen, Medien, Behörden, Parteien, Kirchen und weitere Feldern etabliert hat. Seit den Studentenunruhen 1968 hat sich eine schleichende Umwertung aller Werte entwickelt, die sich mtlw. bis zur Auslegung des Verfassungsrechts in Karlsruhe nachverfolgen lässt (vgl. Hoch-Risikofeld Recht & Gesetz).

Die Umwertung aller Werte war ein zentraler Terminus der Philosophie und Moralkritik von F. Nietzsche. In seiner ‘Genealogie der Moralkritik‘ konstatierte Nietzsche einen Niedergang der Kultur und einen damit einhergehenden Werte Verlust. Seit den 68-ern ist der Wertewandel eine Folge der Postindustrialisierung und der Bildungsexpansion auf dem Weg von einer Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft und einem rasanten Anwachsen des tertiären Sektors.

1968 kann als der Beginn einer bunten Gegenrepublik festgemacht werden, deren Ziel war:

  • Freiheit von Ausbeutung!
  • Freiheit von sexueller Unterdrückung!
  • Freiheit von falschen Autoritäten und überkommenen Regeln!

Die 68-er bedienten sich der Frankfurter Schule als Theorie-Baukasten und gerieten zunehmend - nicht nur durch die RAF - in ein terroristisches und totalitaristisches Fahrwasser, das sich heute im Linkspopulismus verdichtet:
Da laut A. Gramcsi einer Revolution zunächst immer die Eroberung der kulturellen Hegemonie vorauszugeht, machten sich die 68-er auf den langen Marsch durch die Institutionen, sodass heute weite Teile des Erziehungs-, Bildungs- und Medienwesens und des sozialen Sektors und weiterer akademischer Felder von diesen linken Ideologien der 68-er geprägt sind.

Von Marx und Mao zu Herbert Marcuse
Die bis heute einflussreichste Schrift ist die ‘Repressive Toleranz‘ von Herbert Marcuse, der bekanntlich über viele Jahre Mitarbeiter im amerikanischen Geheimdienst OSS war. Marcuse vertrat die Utopie von einem sexuell befreiten Menschen, der gewaltfrei in einer Welt ohne Kriege, in allseitiger, gesellschaftlicher Harmonie lebt und auf einen allgemeinen Wohlfahrtsstaat (bedingungsloses Grundgehalt) zurückgreifen kann. In diesem Zusammenhang vertrat Marcuse die Idee von einer befreiten Toleranz. Aber nun kommt der Haken, der bei allen Befreiungsutopien immer in irgendeiner Form vorkommt: Bis die befreiter Toleranz und die ideale Gesellschaft hergestellt sind muss zu deren Erreichung eine repressive Toleranz (oder die Diktatur des Proletariats) exekutiert werden, damit sich die Gesellschaft in die richtige links-revolutionären Richtung entwickelt. Diese repressive Toleranz wird von den fortschrittlichsten Kräften zum allgemeinen Wohl ausgeübt. Daher entwickelte Marcuse die abstruse Idee, dass Toleranz in Wirklichkeit nur eine Herrschaftsform des Kapitals ist, weil diese Gesellschaften in ihrer ‘Natur‘ gewalttätig, kriegerisch, naturzerstöreisch, sexistisch, rassistisch und sind, um ihre Ausbeutungsstrukturen durchzusetzen und aufrecht erhalten zu können.
Wie einflußreich Marcuse bis heute für die deutsche Linke ist, kann man daran ablesen, dass er posthum in Berlin in einem Ehrengrab beigesetzt wurde.

Trans- und intrakulturelle Toleranzdifferenzen
Daraus hat sich eine haltungsbasierte inter- oder trans- versus einer intrakulturelle Toleranzdifferenz entwickelt. Das bedeutet, dass gegenüber Phänomenen aus anderen Kulturen eine große Toleranz gewährt wird, da diese fremden Kulturen bereichernd und gut sind, während gegenüber Phänomenen aus der Herkunftskultur geringe bis kein Toleranz gewährt wird, da die Herkunftskultur gewalttätig und schlecht ist.

Allgemeingültige Toleranz bei (Meinungs-, Rede-) Freiheit, als die ‘Killerapplikationen‘ des Westens (ohne Ansehen von Person, Herkunft, ethnischer Zugehörigkeit und religiöser Prägung, ökonomischer Potenz und Leistung) wurden ausser Kraft gesetzt. Allgemeingültige Toleranz wurde durch eine ideologie- und haltungsbasierte Toleranzdifferenz, ergo repressive Toleranz ausgetauscht. Transkulturell ist die Linke nicht nur hypertolerant, sowohl auf dem Gender, als auch auf Migrantenfeld, sondern hat diese transkulturelle Transparenz zum alleingültigen, alternativlosen Maßstab erhoben.
Denn gleichgültig welche transkulturelle Individuuen, Gruppen, Clans Orgnisationen oder Religionsgemeinschaften in Deutschland (organisierte) kriminelle oder terroristische Straftaten begehen, es wird von bedauerlichen Einzelfällen oder schlimmstenfalls von traumaverursachten, psychischen Störungen gesprochen. Solcherlei Einzelfall-Traumata müssen dann therapiert werden und dürfen unter keinen Umständen kriminalisiert oder gar in ihren politischen Bahnen analysiert werden.
Intrakulturell ist die Toleranz für davon abweichende Meinungen aufgehoben und wurde durch den Schamschutz ‘political correctness‘ als Tarnung für Redeverbote im edlen Look für Meinungsdruck mit angeschlossenem brainwash ersetzt. M.a.W. ist das die heutige Praxis der repressiven Toleranz mit den drei Strategien: verharmlosen, vertuschen, verleugen, als Schlüsseltechniken eines wirklichkeitsverleugnenden radikalen Konstruktivismus, der die Welt zu einem linken Sprachspiel ‘verniedlicht‘ hat.
Harte, gewalttätige, kriegerische, naturzerstörerische Welten existieren nur, weil die alten weißen Frauen und Männer unbelehrbar an ihrer ausbeuterischen Attiüden von Mensch und Tier festhalten. Deshalb möchte manche auch Klimaleugnung zu einem gesetzlichen Straftatbestand aufblasen.

Von der Postmoderne zum radikalen Konstruktivismus
Im Zug der Debatten zur Postmoderne wurden diese abstrusen Theorie durch die Feuilleton Spalten der bürgerlichen ‘Qualitätsmedien‘ zu einer weiten Verbreitung bei den Besserverdienenden verholfen.
Insbesondere in den ‘weichen‘ Geistes-, Sozial- und Beratungswissenschaften hat der ‘Radikale Konstruktivismus‘ (RK) von Ernst von Glasersfeld die rechtfertigenden Afterphilosophie geliefert:
‘Eine alleingültige, objektive Realität gibt es nicht (mehr), sondern bestenfalls noch soziale Übereinkünfte durch Sprachspiele. Es gibt Abermillionen von unterschiedlichen, gleichwertigen Realitätskonstruktionen. Daraus folgt logischerweise eine umfassende Toleranz gegenüber anderen Auffassungen mit dem heiklen Problem, welche sozialen Übereinkünfte sollen politisch als allgemeingültig und verbindlich gelten? Eine Gesellschaftstheorie hat der RK nie gehabt.
Wer nun aber gegen diese totalitaristische Toleranz verstößt oder bspw. Auffassungen eines Neuen Realismus bzw. des Skeptischen Realismus oder einen Wahrheits- oder Realitätsbegriff vertritt, der lernt die Parallelgellschaften der repressiven Toleranz und des intoleranten Relativismus der radikalen Konstruktivisten kennen, die eine bunte Vielfalt der Weltentwürfe vertreten, aber nur dann, wenn man sich der bunten Vielfalt und ihren postmodernen Monstern bedingungslos unterwirft.

Verflüssigung, Framing, Nudging, Propaganda
Mit dem Mittel der sprachlichen Verflüssigung wurden feste Realitäten aufgelöst

  • konstruieren über erkennen
  • relativieren über (be-)werten
  • Moral über Recht
  • Gefühl über Wissen und
  • Ideologie über Vernunft gestellt.

Mit den narrativen Werkzeugen des Framings, Nudgings versuchen nun die Funktionseliten des parternalistischen Kapitalismus die Rahmenerzählungen, die ihren Interessen dienen auf smarte, unmerkliche Art und Weise durchzusetzen und Kraft ihrer Medieneigentümerschaft auf breiter Front als alternativlose und alleingültige Realität zu verankern. Durch diese Propaganda wird derzeit versucht eine erosive Zerstörung aller bisherigen Realitäten, Kulturhorizonte, Moralvorstellungen und Werte durchzusetzten.

Wer von solcherlei radikal-konstruierten Unfug abweicht, wird als von den neuen geistes- und gesellschaftswissenschaftlichen Faschisten als Nazi verunglimpft und soll in seiner kulturellen, identitären und vor allem seiner gesundheitlichen und wirtschaftlichen Existenz zunächst isoliert und dann vernichtet werden.

Es ist der realitätsunwirkliche Tanz auf einem Ball paradox, wie es ihn noch nie zuvor gegeben hat. Die ‘smarten‘, radikal-konstruktivistischen Faschisten, der Willkommenskultur und der Klimawahns denunzieren die alten und neue Realisten als Nazis, während sie selbst versuchen, archaische Verfolgungsmuster aus mittelalterlichen Glaubenskriegen im Sprachduktus moderner Totalitarismen zu installieren.
Damit ist dieser dreizehnte Hoch-Risikobereich zum tiefenstrukturellen Treiber der anderen zwölf Hoch-Risikofelder geworden und so werden im scheinbaren Namen von Toleranz, Freiheit und Demokratie die Generalfreiheiten des Grundgesetzes verzockt.

Als Zeitgenossen können wir einer großen Transformation in Form einer scheinbar sanften Verschwörung zur Errichtung eines neuen Totalitarismus als Live-Experiment beobachten.
 

8.14.: Hoch Risikofeld: Schlandismus

In Karlsruhe wächst ein Gummibaum
Lemuren schlurfen durch den Raum
Und hängen einen Freiheitstraum
Als Wert an diesen Gummibaum.
Nanu
was sagt ihr denn dazu?
Wir sagen: psst- tabu!
Carl Schmitt, Tyrannei der Werte

Pflanzt die schwarz-rot-goldne Fahne auf die Höhe des deutschen Gedankens, macht sie zur Standarte des freien Menschtums, und ich will mein bestes Herzblut für sie hingeben. Beruhigt euch, ich liebe das Vaterland ebenso sehr wie ihr.
H. Heine, Wintermärchen

Das Wesen des Deutschen ist unaussprechlich, es kann nicht benannt, es kann durch kein Wort ergriffen, es kann nur tönenend vernommen und im Bilde gezeigt werden. Herrmann Bahr.

Die vorherigen Hoch-Risikofelder konnten sich insbesondere in Deutschland deshalb so prächtig entwickeln, weil sie als Spielformen, die rotznasigen und triefäugigen Kinder des Schlandismus sind. Beim Schlandismus wurde alles von dem getilgt, was einst als selbstverständlich in der Vorsilbe ‘DEUT-(sch)' enthalten war. Dass der Begriff Schlandismus klanglich-assoziative Verwandtschaft mit Begriffen wie ‘schlampig, schludrig, schlendern, schlittern‘, also Unzuverlässigkeit, Ungenauigkeit und einem Verschiebebahnhof von Verantwortlichkeiten hat, also das Gegenteil des einstigen Qualitätssiegels ‘Made in Germany‘ darstellt, kommt nicht von ungefähr.

Fußballweltmeisterschaften seit 2006 als symbolischer Startschuss zum Schlandismus
2006 während der Fußball WM mit Deutschland als Gastgeber entstand in Umkehrung des Wintermärchens von H. Heine, sozusagen dem Road-Book des einstigen Vormärz und als Gegenstück zu Shakespeares Sommernachtstraum, das Sommermärchen des deutschen Fußballs. Deutschland verabschiedete sich vom hässlichen Deutschen und hieß alle Welt und seine Mannschaften mit einem bunten Fahnen-Meer willkommen. Die deutschen Fans feuerten ihre Mannschaft mit ersten ‘Schland, Schland‘-Rufen an, bei denen die Vorsilbe ‘Deut‘ bereits verschluckt wurde.
Die Weltmeisterschaft 2006 wurde von den FiFA Kampagnen und den Narrativen ‘Fairness‘, ‘Anti-Rassismus‘ und dem ‘Green Goal‘ geframt und war durch erste Public Viewing Events gekennzeichnet. Gerade mit dem Public Viewing, als geplante und gelenkte Großveranstaltungen zur Identitätsstiftung, schloss die WM 2006 nahtlos an die Olympiade 1936 an. Beim Political engineering zum Zwecke  des schönen, aber falschen Scheines gab es zwischen der WM 2006 im Vergleich mit Olympiade 1936 in einem scheinbar anderen politischen Kontext wundersame Parallelen, Zusammenhänge und paradoxe Vergleichbarkeiten.
Wie erst 2015 herauskam, waren im Vorfeld zur Vergabe der Weltmeisterschaft 2006 die Funktionärsschranzen von FIFA und DFB in einen tiefen Schmiergeldsumpf verwickelt. Diese Angelegenheit waren über Jahre beim Bundesstrafgericht in Bellinzona anhängig. Ende April 2020 wurde der Prozess ohne Urteil und Verurteilung wegen Verjährung ergebnislos abgeschlossen. Damit wäre Zustand und die ablenkende Funktion des Fußballs als ‘Brot & Spiele‘ Veranstaltungsart umrissen.
Auf der WM 2010 tauchte dann der erste ‘Schland o Schland‘ Fangesang mit dem ‘sinnstiftenden‘ Refrain auf: ‘Schland o Schland, wir sind von dir begeistert, drum feiern wir mit dir schon heute wie die Weltmeister', die aber erst 2014 erreicht wurde. Die Weltmeisterschaft mit einem 7:1 gegen Brasilien schlug sofort in eine Hybris um, und der deutsche Fußball wurde für die nächsten zehn Jahre als unbesiegbar erklärt. Heute wissen wir wie diese Unbesiegbarkeit vorerst geendet ist. Sowohl 2010 als auch 2014 gastiert Fr. Merkel während der WM in der Kabine der Fußball-National Mannschaft.
2016 prägte Jürgen Roth den Begriff ‘Schlandrifizierung‘.

    Einige Kennzeichen des Schlandismus
    Damit zeichnen die Fußballweltmeisterschaften paradigmatisch die Entwicklungsstufen zum Schlandismus vor, die in politisch-geplanten und -gelenkten Großkampagnen im Doppelpass der importierten political correctnes zwischen internationalen und nationalen Organisationen, Mainstreamparteien, ihrem politischem Personal, den Hochschulen und Schulen und den Medienbetrieben, mittels geframten Narrativen, dem Volk als dauerhafte, antideutsche Botschaften implementiert werden sollen:

    • Ein positives Deutsch sein ist weder vorgesehen noch erlaubt, sondern wird denunziert.
    • Deshalb wird alles Deutsche zu einem inhaltsleeren Farbenspiel während sportlicher Großveranstaltungen runtergerogert.
    • Deutschsein, Patriotismus oder gar Nationalismus gelten bestenfalls noch als provinzielle Unwerte von bildungsfernem Pack, das es sich gefallen lassen muss, jederzeit als rückständige Sexisten, tumbe, dumpfe Rassisten und Nazis, verstockte Klimaleugner, Demokratiefeinde, Ewiggestrige und durchgeknallte Verschwörungstheoretiker verunglimpft zu werden.
    • Diese antideutschen Bestrebungen finden ihren Ausdruck in steuerfinanzierten, medialisierten und infantilisierten Kampagnen der Bundesregierung wie: ‘Das ist soo Deutsch‘. Hier wird mit Hilfe des deutschen Dackels (von Hausmeister Krause), karnevalesken Funkenmariechen, von alten, weißen, debil grinsenden Deutschen als Gartenzwergwarten, in Sandalen mit weißen Tennissocken im Volk als Botschaften verankert werden sollen, die alles Deutsch dem Hohn und Spott nach der Elitenästhetik preisgegeben wollen.
    • Alle Welt wird nach Deutschland eingeladen und hymnisch begrüßt.
    • Sport, Spiel, Spannung, Spaß und Selbstverwirklichung sind der einzige Lebenszweck. Deshalb ist ganz Deutschland (bis zur Corona Krise) in einer konsumierenden, produzierenden und alternativlosen Dauerparty eingebunden.
    • Soweit es möglich ist, versuchen die selbstermächtigten Eliten die wirtschaftlichen, beruflichen und psycho-physischen Existenzen dieser ‘Unbelehrbaren‘ zubehindern, besser zu beschädigen oder wenn eben möglich zu zerstören.
    • Die globalisierten Anywheres aus Sport, Politik, Wissenschaft, Ökonomie, Medien, Fernsehen, Film und Kunst arbeiten als geräuschlose Strippenzieher in intransparenten Küchenkabinetten und Klüngelgruppen zusammen. Das nennt sie dann Netzwerken.
    • Dabei führen diese Eliten hehre, globalisierte Werte auf, die sie den Konsumenten alternativlos, aber verdeckt überzustülpen versuchen.
    • Das es mit ihren hehren Wert nicht ganz so weit her ist, sondern es sich um euphemistische Schön- und Dummschwätzereien zur Bemäntelung der Eigenkarriereförderung und Selbstbereicherung handelt, wird spätestens dann sichtbar und ruchbar, wenn diese Funktionseliten aus den Selbstbereicherungsverbünden bei ihren korruptiven Klüngeleien erwischt werden.
    • Ist das der Fall wird brutalstmögliche Aufklärung versprochen, die dann mittels der zuvor gebildeten Netzwerke strukturell zu verhindern versucht werden.
    • In den Geschäftsmodellen des Schlandismus ist häufig ein Betrug als vorher fest kalkulierter Teil der jeweiligen Geschäftsmodelle verdeckt eingebaut.

    Schlandismus als Psychologie der Alchemie
    Nur in der Alchemie kann man dank des Steins der Weisen und dem Elixir de vitae aus alten Hunden bzw. Käuzen, junge, hoffnungsvolle Hunde machen aus denen im Leben noch etwas Gescheites werden könnte.
    Das Dumme ist nur, dass bisher niemand den Stein der Weisen gefunden hat und die ganzen alchemistischen Wandlungsversuche von Blei zu Gold ‘bloß‘ zur Atombombe geführt haben. Und die Erkenntnisse des Anti-Aging sind auch kein Jungbrunnen, sondern bewirken bestenfalls eine leichte Verzögerung des unvermeidlichen Altersprozesses und seiner weiteren letalen Folgen.
    Und eigentlich soll die die Alchemie auch nicht die Wandlung der Materie, sondern in Wirklichkeit eine tiefenstrukturelle Wandlung bzw. die Veredlung der Psyche zum Ziel gehabt haben.

    Statt bedingungslosem Grundgehalt bedingungslose allseitige Toleranz
    Sei es wie es sei, aus all diesen und weiteren Gründen kann man sich doch nur etwas mühen eine weitest mögliche Toleranz walten zu lassen.
    Dementsprechend war der leitende Grundkonsens, sozusagen die Killerapplikation der Rheinischen bzw. Bonner Republik das Rheinische Grundgesetz: ‘Jeder Jeck ist anders.‘ usw.. Das bedeutet, dass es heute zunächst wichtiger denn je wäre, an Stelle des bedingungslosen Grundgehaltes für eine allseitsgültige, bedingungslose Toleranzgarantie zu kämpfen. Denn interessanterweise kommen die Proteste und digitalen Verhinderungsaktionen bspw. gegenüber heutiger Kunst nicht mehr von oben, sondern häufig von unten. Und leider beschränken sich die moralinsaueren und haltungstriefenden Proteste nicht auf die Kunst, sondern haben mtlw. das ganze Leben überzogen, wie bereits im vorherigen Hoch-Risikofeld Kommunikation & Werte dargestellt wurde.
    Hier finden sich die tiefenstrukturellen Anschlüsse zum scheinbaren Themenparadox beim obigen public viewing bei der Fußball WM 2006 und der Nazi-Olympiade '36: Es ist die unnachgiebige Härte in der haltungsbasierten Durchsetzung der Anti-Toleranz.

    Wie alles anfing: Radikalenerlass und Berufsverbote
    Durch den Radikalenerlass und die daraus folgenden Berufsverbote hatte Willy Brandt dieses rheinische Toleranzgesetz und obendrein insbesondere seine eigene politische Agenda) schwer beschädigt und hatte damit an unseligen, historische Linien, Totalitarismen und Extremismen der Berliner Republiken angeschlossen.

    Wie es weiterging: Von der Bonner zurück zu den Berliner Republiken
    Durch den Wechsel von Bonn nach Berlin hat die deutsche Politik diesen rheinischen Toleranz-Kompass vollends aus den Augen verloren und sich an desaströse, destruktive, historische Linien der rigorosen, anti-toleranten preußischen Sekundärtugenden angekoppelt: ‘Am deutschen Wesen mag die Welt jenesen.‘

    Untergang der Preußischen Tugenden
    Und damit wurden auch die wünschenswerten preußischen Primärtugenden in den Wind geschrieben. Das waren (leider) die kulturhegemoniale Veränderungen und Voraussetzungen für die rasante Entstehung der Hoch-Risikofelder.
    Irrsinniger Weise soll nun gerade der Anschluss an diese unseligen, historischen Linien die Gegenwart vor einem Rückfall in jene Zeiten bewahren. Das geschieht gerade zu der Zeit, in der durch die Massenverbreitung elektronischer Kommunikation weite Teile der Gesellschaft in den politischen Meinungskämpfen mitmischen können.

    Politische Schaffung einer gespaltenen Zweiklassengesellschaft
    Prompt versuchen die politischen Eliten, der Berliner Schranzologie im Volk zwei Klassen zu etablieren und gegeneinander in Stellung zu bringen: Die einen dürfen ihre politischen Auffassungen qua ihrer Ideologie, die die Menschheit zum Licht führen wird ungehindert verbreiten, die anderen sollen und dürfen das nicht, weil qua ihrer Ideologie angeblich die Öfen von Auschwitz wieder angefeuert werden. Das missing-link-institut hat sich noch nicht endgültig entschieden, welche der beiden Varianten der größere historischen Unfug ist.
    Aber es kann festgestellt werden, dass diese Spaltungsfronten von

    • Links gegen Rechts
    • Marktwirtschaft gegen Planwirtschaft
    • Sozialismus gegen Neoliberalismus
    • Internationalisten gegen Patrioten
    • Klimawandler gegen Klimaleugner
    • Autochthone gegen Allochthone
    • Willkommensbefürworter gegen Willkommensablehner
    • Frauen gegen Männer
    • Jung gegen Alt
    • Reich gegen Arm
    • Stadt gegen Land
    • West gegen Ost
    • Subgruppen gegen Hauptgruppen
      u.v.a.m.

    ihren Zweck einer hysterisierten Republik erfüllen und von ernsthaften Lösungen bei den obigen Hoch-Risikofeldern trefflich ablenken. Wie bspw. Dirk van Laak beschreibt, entzünden sich solche sich ausschließenden, politischen Positionierungen mit den jeweiligen, zeitgefärbten Polarisierungen häufig an Schwellen von infrastrukturellen und den nachziehendem gesellschaftspolitischem Wandelungen.

    Die preußische Variante des rheinischen Toleranzgebotes: ‘Jeder Jeck ist anders‘ wurde durch die verkleinerte Berliner Toleranz  ‘Jedem Tierchen sein Plaisierchen‘ ersetzt.

    Von der Rheinischen Vielfaltslebensart zum Berliner Vielfaltsmummenschanz
    Aber schon diese kleinen Akzente der Motto-Verschiebungen vom Jecken zum Tierchen zeigen an, dass die weinselige Toleranzgarantie, die mit Rollenmannigfaltigkeit, als gleichwohl regionalgebundenem, scheinbar, identitätssicherndem Vielfaltsmummenschanz, der auf die römischen Saturnalien zurückgeht und im heutigen Straßenkarneval fußt, durch preußische Piefkerei verkleinert und zu einer tierischem Ausnahmesituation entwertet wurden.
    Erst über den militärischen Drill kann bis zur hackenknallende Paradeuniform wird die wilde, unkultivierte Natur dieser tierischen Entgleisungen zum einem kultivierten Menschsein veredelt. Das meinten zumindest gewisse politische Protagonisten aus dem Spreegurkenumfeld.

    Das Rheinische Toleranzgebot
    Das rheinischen Toleranzgebot ‘Jeder Jeck ist anders‘ ist aber eben kein bloßer Ausdruck einer unkultivierten Natur, sondern eben schon ein entwickelter Ausdruck einer sublimierten Kultur, in der der Homo Ludens spielerisch seine Mannigfaltigkeit auslebt und deshalb seinen Zeitgenossen die gleichen Toleranzräume einräumt, zumindest während der drei tollen Tage.
    So führen diese Glückerfahrungen aus kurzzeitlichen, Saturnalien geschwängerten, gesellschaftlichen Experimentalräumen zu einer ganzjährigen Hintergrundstrahlung von tolerantem gewähren lassen.

    Rückbindung an Räume von Cis- und Translimes
    Die rheinische Toleranz hat vermutlich ihre Rückbindungen bis in die spätantike Raumaufteilung Germaniens in die Gebiete von Cis- und Trans-Limes. Die Römer waren sehr erfahren in einer toleranten Integration der von ihnen unterworfenen Völker in den Randgebieten ihres Reiches. Die Völker konnten ihre Verwaltungs-, Rechts- und Religionsordnungen beibehalten, wenn sie sich den Römern grundsätzlich unterwarfen. Die Pax Romana gründete in einer römischen Toleranz gegenüber der kulturellen Eigenständigkeit ihrer unterworfenen Vasallenvölker.
    Eine solche Unterwerfung Germaniens ist nie gelungen und die Germanen waren mehr auf ihre Freiheit als auf eine wechselseitige Toleranz bedacht. So war es schwierig die Germanen von ihren vielfältigen innergermanischen Fehden im Kampf gegen die Römer zu vereinigen.
    Erst im Zug einer monotheistischen Umgestaltung des römischen Reiches verlor Rom diese Toleranzweiten und läutete u.a. dadurch seinen Untergang ein.
    Diese Organisation der germanischen Stammesselbstständigkeit und -zerstrittenheit zog sich historisch bis in die deutsche Kleinstaaterei und dem heutigen Regionalismus der Bundesländer. Ein so zentralisierter Staatsaufbau, der wie in Frankreich auf Paris ausgerichtet ist, war in Deutschland nicht möglich.
    Der antike Grenzwall im Westen kann mit dem eisernen Vorhang während des kalten Krieges im Osten in Beziehung gesetzt werden. Germanien war und ist bis heute auf Grund seiner zentralen, geographischen Lage in Mitteleuropa die strategische Transitzone des Kontinents. Der stets im Interessenfeld angrenzender Mächte liegt. Die Pufferzone des Cordon sanitaire gibt ebenfalls bis auf den heutigen Tag Hinweise zu dieser strategischen Bedeutung zwischen den kontinentalen Machtinteressen.

    Vom Schlagoberstschmäh über die Berliner Schrippe zum systemischen Backshop
    Die kommunikativen Toleranzmelangen mit Schlagoberst Schmäh der verschlamperten Wiener Kaffeehäuser führten als gesellschaftliche Petrischale zur pränatale Zündfunkenatmosphäre für das Heilmittel des preußischen Rigorismus als einem Sekundärtugend-Stützkorsett: Es war die Geburtsstunde der Psychoanalyse und die Erfindung eines angeblichen Unbewussten, als einem Sportpalast zur Austragung des ewigen totalen Krieges zwischen der ungebrochenen Wilderness einer triebhafter Natur versus der zivilisierten, urbanisierten und sublimierter Kultivierung von Wilderness zu Ackerland. Freud gebrauchte die Metapher einer Verpolderung der einst wilden See.

    Freund schrieb1923 in „Das Ich und das Es“  nicht nur von Triebwahrnehmung sondern auch Triebbeherrschung, Triebgehorsam und Triebhemmung Die Psychoanalyse sollte das Werkzeug sein, dass dem Ich die fortschreitende Eroberung des Es ohne neurotische Umwege ermöglichen sollte. 1933 wählte Freund die Metapher: „Wo Es war, soll Ich werden. Es ist eine Kulturarbeit etwa wie die Trockenlegung der Zuidersee“.
    Von da waren es wenn zwar leidvolle, so doch relativ gerade Wege über die kurze Zeit des ‘Tausend Jährigen Reiches‘ bis zu den Erfindungen von F-Skala und dem autoritären Charakter der Frankfurter Schule, einschließlich der repressiven Toleranz.
    Wie auf dem Weg dahin die Freudianer mit ihren ‘Schmuddelkindern‘ von Jung über Groddeck bis Reich und vielen weiteren verfuhren, zeigt welchen Artenreichtum an Spielformen autoritäre Charaktere annehmen können.
    Im Zuge der allgemeinen zerstörerischen Amerikanisierungen Deutschlands kam es zu Reimport ‘der Krankheit, die vorgibt ihre Heilung zu sein‘.
    Einen zeitlichen Katzensprung später sind wir schon bei den Erfindungen in Gestalt von Theweleits ‘Männerphantasien‘. Aus denen fast logisch mit dem Vorstoß der Fotzenliteratur in die Feuchtgebete des Unterleibes eine Umkehrung der freudschen Triebziele gelang: ‘Wo Ich war, soll Es werden‘. Eine reziproke Sublimierung vom Verstand der Aufklärung zu einer neuen Unmündigkeit der Herrschaft von Trieb und Gefühl war damit der Boden bereitet.
    Auf dem Weg der Psychologisierung des trizonalen Deutschlands mit dem reimportierten Luxusartikel der psychoanalytischen Krankheit, die sich mit ihrer Heilung verwechselt, wurden in dessen Folge auch weitere Psychomethoden (deren Aufzählung durch ihre unendliche Vielzahl sich hier verbietet) nach Deutschland eingeschleust. So dass sich mit der Heidelberger Gruppe, Weinheim und der Milton Erickson Gesellschaft initialzündende Cluster des hypno-systemischen Feldes entwickelten. Die kontext- und kommunikationsmarkierende Preisgabe von Rede-, Meinungs-, Wissenschafts- und Versammlungsfreiheit aus wirtschaftlichen Motiven, 1996 im systemischen Feld in Heidelberg, ist hier beschrieben.
    Diese unterschiedliche psychologische Durchdringung der westdeutschen und der ostdeutschen Gesellschaft nach dem zweiten Weltkrieg ist eine erklärungsstiftende Variante derpolitischen Unterschiede zwischen dem Ost- und Westdeutschen Schlandismus.

    Wird fortgesetzt mit:
    Die im schlandistischen Geschäftsmodell eingebaute Betrugsgesellschaft
    Was ist Deutsch?
     

    8.15. Hoch-Risikofeld: Naturkatastrophen

    Allein mit der Kontrolle, Abwehr und ‘Heilung‘ der diversen Hoch-Risikofelder, die zu der Kategorie Naturkatastrophen gehören, hätte die Menschheit hinreichend zu tun und bräuchte nach dem alten Motto ‘Wer die Föhe hat, muss sich nicht auch noch die Läuse in den Pelz setzten‘, die vorherigen vierzehn, menschengemachten Hoch-Risikofelder nicht noch obendrein.
    Aber es ist auch hier wieder genau umgekehrt, die überweigend nicht menschengemachten, aber naturrechtlich primären Hoch-Risikofelder der Naturkatastrophen führen in der Vorbereitung und Heilung ihrer Beherrschbarkeit und Kontrolle ein Schattendasein, während die Risiken der vorherigen, menschengemachten Felder ständig ungebremst ansteigen.

    Zu den Naturkatastrophen zählen hier

    • Meteorieneinschläge
    • Vulkanausbrüche, Lahare, Pyroclatische Wolken
    • Erd- und Seebeben, Tsunanis und Monsterwellen
    • Erdmassenbewegungen
      Erdrutsche, Steinschläge, Bergstürze
    • Wetterphänomene wie
      Wirbelstürme, Starkregen, Hochwasser und Überschwemmungen
      Hitzewellen, Dürreperioden, Erntevernichtungen
      Kälte- und Hitzeanomalien
    • Schädlingsbefall
    • Polsprung (ist seit ca. 500.000 Jahren überfällig)